Gefechte in Ost-Ghuta Russland will 30-tägige Feuerpause in Syrien umsetzen

Die fünfstündige Feuerpause pro Tag in Ost-Ghuta ist brüchig. Russlands Außenminister Lawrow versichert aber eine 30-tägige Feuerpause.

Nicht alle Parteien halten sich an die vereinbarte Waffenruhe im belagerten Ost-Ghuta in Syrien. Quelle: dpa

GenfDer russische Außenminister Sergej Lawrow macht Rebellen im syrischen Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus für die anhaltenden Kämpfe trotz Feuerpause verantwortlich. „Dort verschanzte militante Kämpfer beschießen weiterhin Damaskus, sie blockieren Hilfskonvois und verhindern die Rettung der Menschen, die flüchten wollen“, sagte Lawrow am Mittwoch vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Russland unterstützt die syrische Armee, die das Gebiet Ost-Ghuta seit Wochen bombardiert und angreift. Moskau halte an der Unterstützung der syrischen Regierung fest, betonte Lawrow.

Trotz anhaltender Kämpfe arbeite Russland daran, die vom UN-Sicherheitsrat geforderte 30-tägige Feuerpause für humanitäre Hilfe umzusetzen, sagte Lawrow später vor der Presse. Während in Syrien noch daran gearbeitet werde, die Voraussetzungen für die Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution zu schaffen, gewähre Russland zusammen mit der syrischen Regierung schon einmal jeden Vormittag eine fünfstündige Feuerpause, damit den Menschen geholfen werden könne.

Diese Feuerpause galt am Mittwoch den zweiten Tag in Folge. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete kurz vor Beginn erneut heftige Kämpfe sowie Luft- und Artillerieangriffe von Regierungsseite. UN-Vertreter halten fünf Stunden Feuerpause für völlig unzureichend. In der Zeit könnten keine Hilfsgüter in die Gebiete gefahren, entladen und verteilt werden und Verletzte könnten so schnell nicht gefunden, stabilisiert und herausgebracht werden.

Lawrow verlangte humanitäre Einsätze auch in anderen Regionen Syriens, etwa in Al-Rakka, der einstigen Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dort sei der Boden vermint, Leichen verwesten in den Straßen und es gebe weder Wasser noch Toiletten. Er verlangte eine UN-Mission, um die Bedürfnisse der Menschen dort zu erkunden. Für die Destabilisierung in der Region machte Lawrow die USA und Verbündete verantwortlich, die die Machthaber im Irak und in Libyen, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi, gestürzt hatten.

„Niemals in der Geschichte hat die absichtliche Zerstörung von Staaten sich als Segen für die Menschen herausgestellt, immer hat es eine humanitäre Katastrophe gebracht“, sagte Lawrow. Die Länder seien damit für die Migrationswelle und den Anstieg des Terrorismus verantwortlich.

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