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Geldentwertung Urlaub aufgrund der Inflation gestrichen

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benzinpreis

Risiko Nummer eins ist aber nach wie vor der Ölpreis. Zurzeit notiert das Fass Rohöl in London um die 130 Dollar – mehr als 80 Prozent höher als vor einem Jahr. Dabei hat der Wertverfall des Dollar den Ölpreisschock für europäische Verbraucher ein Stück weit abgemildert: In Euro gerechnet kostet das Fass Rohöl aktuell rund 60 Prozent mehr als im Mai 2007. Doch selbst dieser Effekt droht auszulaufen, glaubt Jan Amrit Poser, Chefvolkswirt des Bankhauses Sarasin: „Der Zusammenlauf von steigenden Ölpreisen und fallendem Dollar muss an seine Grenzen stoßen, wenn der Dollar ein Niveau erreicht, das sich fundamental nicht mehr rechtfertigen lässt.“

Schon warnen Experten davor, die globale Inflationswelle könnte außer Kontrolle geraten. In Euroland liegt die offizielle Preissteigerungsrate seit Anfang des Jahres jenseits der Drei-Prozent-Marke, in Amerika sind es schon rund vier Prozent, ganz zu schweigen von vielen Schwellenländern. Selbst der Internationale Währungsfonds (IWF), ansonsten eher zurückhaltend im Benennen von Risiken, schlug kürzlich Alarm. „Nach langer Abwesenheit ist die Gefahr der Inflation als globale Herausforderung wieder aufgetaucht“, sagte IWF-Vizedirektor John Lipsky bei einem Vortrag in New York. Thorsten Polleit, Deutschland-Chefvolkswirt der Investmentbank Barclays Capital, wird deutlicher: „Die westlichen Volkswirtschaften stehen vermutlich vor dem größten Inflationsschub seit Anfang der Siebziger- und Achtzigerjahre.“

Da gleichzeitig auch das weltweite Wachstum spürbar nachlässt, macht auf einmal ein Begriff die Runde, den man längst in den Archiven der Wirtschaftsgeschichte vergessen glaubte: Stagflation, also die Kombination aus schwachem Wachstum und kräftig steigenden Preisen. Ein solches Szenario wird immer wahrscheinlicher. „In Amerika ist die Stagflation schon Wirklichkeit“, sagt Joachim Fels, Chefvolkswirt bei Morgan Stanley in London, „und in Europa wird sie wahrscheinlich bald ankommen.“

geldmenge

Auch in Deutschland. Zwar ist die Wirtschaft hierzulande im ersten Quartal mit 1,5 Prozent zum Vorquartal so stark gewachsen wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Aber dafür war eine ganze Reihe von Sonderfaktoren verantwortlich. In den kommenden Monaten dürfte die Wirtschaft dagegen kaum mehr wachsen – oder sogar schrumpfen, befürchten Experten. Denn die Weltwirtschaft ist gerade dabei, gleich ein paar Gänge auf einmal herunterzuschalten:

Die Vereinten Nationen haben kürzlich ihre globale Wachstumsprognose für 2008 von 3,4 auf nur noch 1,8 Prozent korrigiert. Amerika, als globale Konjunkturlokomotive noch immer unersetzlich, befindet sich als Folge der Finanz- und Immobilienkrise am Rande einer Rezession. Banken in der ganzen Welt, vor allem in Europa, kämpfen mit den Folgen der Finanzkrise – und schränken die Kreditvergabe ein.

Exportmotor gerät bald ins Stocken

Damit ist klar: Der Export, seit Jahren Motor des deutschen Wachstums, dürfte bald ins Stottern geraten. Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) rechnet für 2008 nur noch mit einem Exportplus von fünf Prozent – in den vergangenen vier Jahren waren es im Schnitt fast zehn Prozent. Sollte der Euro weiter steigen, sei auch diese Prognose Makulatur, warnt BGA-Chef Anton Börner.

So ruhen alle Hoffnungen auf dem Konsum. Aber die Verbraucher machen bisher kaum Anstalten, mal nicht nur zum Kaffee trinken in die Einkaufszentren zu strömen. Im vergangenen Jahr war der private Konsum, dem Aufschwung am Arbeitsmarkt zum Trotz, mit einem Minus von 0,4 Prozent die größte Wachstumsbremse. In diesem Jahr reichte es im ersten Quartal nur zu einem mageren Plus von 0,3 Prozent – und so lange die Inflation den Menschen die Kaufkraft aus der Tasche zieht, wird sich daran nichts ändern. Das zeigt auch der Konsumklimaindex der GfK, der im Juni um 0,7 Zähler auf 4,9 Punkte zurückging.

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