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Gerechtigkeit Deutschland schneidet gut ab

Die OECD hat die Entwicklung und Verteilung von Einkommen in den Industriestaaten gemessen und verglichen. Danach ist Deutschland ein Land, in dem Arm und Reich vergleichsweise nahe beieinander liegen – gerade im Zeichen der globalen ökonomischen Probleme.

Die Länder mit der geringsten Generationengerechtigkeit
Platz 10Kinder und Jugendliche in den Niederlanden müssen im Schnitt 141.000 Euro (185.000 Dollar) Schulden auf ihren Schultern tragen. Quelle: AP
Platz 9154.000 Euro (202.000 Dollar) Schulden müssen 0- bis 14-Jährige in Frankreich stemmen. Quelle: REUTERS
Platz 8In Irland haben Kinder und Jugendliche eine Schuldenlast von durchschnittlich 183.000 Euro (240.000 Dollar) zu tragen. Quelle: REUTERS
Platz 7Mit rund 187.000 Euro beziehungsweise 245.000 Dollar pro Kopf sind die unter-15-Jährigen in den USA und in Österreich verschuldet. Quelle: dpa
Platz 6Den sechsten Rang teilen sich Kanada, Norwegen und die Schweiz mit je ungefähr 197.000 Euro (258.000 Dollar) Schulden pro Kind. Quelle: dpa
Platz 5Auch in Deutschland ist es mit der Generationengerechtigkeit nicht weit her. Von den 29 OECD-Ländern steht Deutschland mit 203.000 Euro (265.000 Dollar) Schulden pro Kind auf dem fünften Rang. Quelle: dpa
Platz 4In Belgien müssen die 0- bis 14-Jährigen 206.000 Euro (270.000 Dollar) Schulden stemmen. Quelle: dpa

Die Krise trifft (fast) alle: Neue Zahlen der OECD „zeigen, dass die weltweite Wirtschaftskrise „Einkommen aus Kapital und Arbeit in den meisten Ländern unter Druck gesetzt hat“. Den Daten der Pariser Wissenschaftler zufolge ist „die Ungleichheit in den drei Jahren bis Ende 2010 stärker angestiegen als in den zwölf Jahren zuvor“ (wo sie auch schon signifikant anstieg. Die Erkenntnis gilt für die 33 OECD-Mitgliedsstaaten – wenn man sie zusammen rechnet. Es gibt aber Ausnahmen: In Deutschland war in den ersten Jahren der globalen Krise der Einkommensverlust viel geringer als im OECD-Durchschnitt, und am Unterschied zwischen Arm und Reich tat sich hierzulande viel weniger als in vergleichbaren Industrieländern.

Durchschnittliches Nettovermögen der Privathaushalte

Das ist zweifellos eine gute Nachricht, auch wenn sie mit fast allen Mitteilungen über Armut, Reichtum und soziale Probleme,  die uns so erreichen, eine große Schwäche teilt. Die Daten sind alt, auch wenn wir Journalisten und noch mehr die Politiker so tun, als seien sie brandneu: In den letzten zweieinhalb Jahren hat sich im krisenerschütterten Europa und im angeschlagenen Amerika so viel getan, dass keiner die neuen OECD-Daten als Abbild der Gegenwart ausgeben sollte. Trotzdem lernen wir aus dem neuen Zahlenwerk der OECD viel darüber, was die Krise in den einzelnen Ländern angerichtet hat.

Wobei Deutschland nach allen möglichen Kriterien überraschend gut dasteht. So fiel das am Markt erzielte Einkommen der Bürger aller OECD-Staaten in den drei ersten Krisenjahren um durchschnittlich zwei Prozent; bei uns wuchs es fast um denselben Betrag. Damit schlug sich Deutschland besser als alle ernsthaft vergleichbaren Volkswirtschaften und rangierte im OECD-Vergleich auf Platz vier hinter den aufschießenden osteuropäischen Industriewirtschaften Polen und Slowakei und Chile, dem einzigen südamerikanischen OECD-Land. Frankreich auf Platz zehn verzeichnete bereits einen kleinen Einkommensrückgang, in Großbritannien (Platz 24) schlug die Krise des Bankensektors ins Kontor, und in den Euroländern Italien (Platz 23), Irland, Spanien und Griechenland (Plätze 27, 28 und 30) bahnte sich jene Misere an, die bis zum Ausbruch der Eurokrise im Frühjahr 2011 fast niemanden in Deutschland so richtig interessierte.

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