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Gesundheit am Arbeitsplatz EU-Kommissar Spidla plant scharfe Auflagen für Unternehmen

Skelett-, Gelenk und Muskelschäden sind die häufigste Ursache für Krankschreibungen. EU-Kommissar Vladimir Spidla will Unternehmen daher eine aufwendige Risikoanalyse vorschreiben. Das Vorhaben sorgt für Ärger.

Auf Fitness legt EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla großen Wert. Viermal die Woche läuft der 58-Jährige zehn Kilometer. Dass viele Arbeitnehmer nicht so gut in Form sind, sorgt den Tschechen. Skelett- und Muskelschäden wie abgenutzte Gelenke, Rheuma und Rückenprobleme sind die häufigste Ursache für Krankmeldungen in europäischen Unternehmen, zeigen Statistiken seiner Beamten. Spidla will deshalb die Arbeitgeber per EU-Richtlinie zu umfassenden Auflagen zwingen.

Der Richtlinienentwurf, der der WirtschaftsWoche vorliegt, zwingt Unternehmen zu einer detaillierten Risikoanalyse der Arbeitsplätze. Diese soll anhand von Kriterien erstellt werden, die in jedem EU-Land von der zuständigen Behörde ausgearbeitet werden. Jeder Arbeitnehmer, der in einem Risikobereich arbeitet, soll zudem eine Gesundheitsakte bekommen. „Diese müssen in geeigneter Form vorgehalten werden, sodass sie auch noch später konsultiert werden können“, heißt es in dem Papier. Spidla will die Richtlinie noch im Dezember vorlegen.

EU-Plan sorgt für Ärger

Als „vollkomen absurd“ bezeichnen Experten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber die Initiative. Denn bisher konnten Spidlas Beamten nicht nachweisen, dass die Skelett- und Muskelschäden durch schlechte Arbeitsbedingungen entstehen. Auch die Bundesregierung stört sich daran, dass sich der EU-Kommissar gegen freiwillige Branchenvereinbarungen entscheidet und gleich ein Gesetz durchdrücken will.

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