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Getöteter Terrorchef USA veröffentlichen Dokumente von Bin Laden

2011 wurde Osama bin Laden in Pakistan getötet. Dabei wurden 103 Dokumente und Videos sichergestellt, die der US-Geheimdienst nun veröffentlichte - mit einer Kernbotschaft.

Bedrohung durch Terrorismus
10: Philippinen125 terroristische Vorfälle mit 120 Toten und 213 Verletzten sind die Bilanz für die philippinischen Inseln. Das Auswärtige Amt warnt, dass in Teilen der Philippinen mit Anschlägen gerechnet werden müsse. Ziele seien insbesondere öffentliche Plätze, religiöse Einrichtungen und öffentliche Verkehrsmittel. Deshalb wird teilweise vor Reisen gewarnt, vor allem auf die Insel Mindanao. Quelle: dpa/dpaweb
9: RusslandDie Anschläge von Wolgograd mit mehr als 30 Toten sind einer der Gründe, warum das Land sich unter den Top Ten einfindet. Der G lobal Terrorism Index von 2012 zählte in Russland 2011 182 terroristische Vorkommnisse mit 454 Todesfällen und 431 Verletzungen. Quelle: dpa
8: ThailandDer südostasiatische Staat kommt zur Zeit nicht aus den Schlagzeilen raus. Grund dafür sind Proteste, die vor allem in der Hauptstadt Bangkok stattfinden und unter dem Motto "Shutdown Bangkok" zur Sperrungen von Teile der Hauptstadt geführt haben. Der Auslöser: ein umstrittenes Amnestiegesetz. Mittlerweile wurde der Ausnahmezustand verhängt. 2011 - auf Basis dieser Daten arbeiten die Statistiker - kam es zu 173 Vorfällen mit terroristischem Hintergrund. Dabei starben 142 Menschen, 427 wurden verletzt. Quelle: AP
6: Nigeria437 Tote und 614 Verletzte stehen in der Bilanz des Global Terrorism Index für 2012. Und das westafrikanische Land kommt nicht zur Ruhe: Erst an Weihnachten wurden auf einem nigerianischen Militärstützpunkt mehr als 50 Aufständische getötet - durch die Armee. Experten sagen, dass der Kampf gegen den Terrorismus 2013 alles andere als erfolgreich war. Im Gegenteil es war sogar das blutigste Jahr in der Geschichte Nigerias bislang. Quelle: AP
6: SomaliaDiesen Platz teilen sich gleich zwei Staaten. 175 terroristische Vorfälle wurden 2011 in Somalia registriert mit 294 Toten und 493 Verletzten. Quelle: REUTERS
5: JemenZu einer unübersichtlichen Lage durch innere Konflikte und Stammesauseinandersetzungen kommt die Gefahr des Terrorismus. 2013 sind drei Deutsche im Jemen ums Leben gekommen - einer wurde Opfer einer Entführung, zwei Deutsche starben bei einem Terroranschlag. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor Reisen in das Land. Insgesamt starben durch terroristische Vorfälle 2011 454 Menschen, 415 wurden verletzt. Quelle: dpa
4: Indien529 terroristische Vorfälle hat der "Terrorism Index" gezählt. Bei einem der größten Anschlägen in der zentralindischen Stadt Hyderabad sind mindestens 18 Menschen gestorben, mehr als 50 wurden verletzt. Damals explodierten mindestens zwei Bomben, die auf Fahrrädern deponiert waren. Es starben in Folge von terroristischen Anschlägen 402 Menschen, 667 wurden verletzt. Quelle: dpa

Die Dokumente zeichnen das Bild eines von seinen Untertanen abgeschnittenen, enttäuschten und bedrängten Terrorführers: US-Geheimdienstvertreter haben mehr als 100 Dokumente freigegeben, die bei der Razzia auf dem Anwesen von Osama bin Laden 2011 in Pakistan beschlagnahmt wurden. Darunter sind auch eine von angehenden Terroristen auszufüllende Job-Bewerbung und eine Liebeserklärung an eine seiner Ehefrauen, die zeigt, wie sehr Bin Laden die jahrelange Trennung vom Großteil seiner Familie bedauerte.

Das Büro des nationalen Geheimdienstdirektors der USA erklärte, die Unterlagen seien bei dem Einsatz der Navy Seals auf Bin Ladens Anwesen im pakistanischen Abbottabad entdeckt worden, bei dem der Al-Kaida-Chef im Mai 2011 getötet wurde. Ihre Veröffentlichung kommt den Angaben zufolge nach einer gründlichen Überprüfung durch Regierungsbehörden, wie sie ein Gesetz aus dem Jahr 2014 vorschreibt.

Eines der Dokumente, das von Geheimdienstbeamten übersetzt wurde, beginnt mit Fragen, die an eine gewöhnliche Stellenbewerbung erinnern. „Haben Sie Hobbys?“, heißt es darin ebenso wie: „Sind Sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden?“. Zu lesen ist aber auch: „Welche Ziele würden Sie gerne auf Ihrem Dschihad-Pfad erreichen? Wollen sie eine Selbstmordoperation ausführen?“ Das Dokument endet mit der Frage: „Wen sollen wir kontaktieren, falls Sie zu einem Märtyrer werden?“ Bewerber werden in dem Dokument gebeten, „deutlich und leserlich“ zu schreiben.

Die insgesamt 103 Papiere und Videos, die jetzt öffentlich gemacht wurden, enthalten Aufnahmen von Briefen in arabischer Sprache mit den englischen Übersetzungen von Geheimdienstbeamten. Sie zeigen, dass Bin Laden seine Untergebenen aufforderte, den Kampf gegen Amerika ins Zentrum ihrer Machenschaften zu rücken - und nicht den Kampf gegeneinander. Seine Kernbotschaft ist diese: Findet im Namen Gottes einen Weg, um Amerikaner, Europäer und Juden zu töten. In einem Brief drängt Bin Laden einen seiner Stellvertreter, „unsere Brüder“ zu informieren, dass sie ihren Fokus auf dem Kampf gegen Amerikaner belassen müssten. Ihre Aufgabe sei es, „den widerlichen Baum zu entwurzeln, indem sie sich auf seinen amerikanischen Stamm konzentrieren“, schrieb Bin Laden.

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In einem Brief an Bin Laden aus dem Mai 2007 spielt der Irak eine andere Rolle. Die sogenannte Dschihad- und Reformfront fleht ihn darin an, „anhaltenden Katastrophen und Unglücke“ in dem Land nicht anzuerkennen, die von der Gruppe Al-Kaida im Irak - dem Vorgänger der heutigen Terrormiliz Islamischer Staat - verübt wurden. Wenn er noch könne, sei dies seine letzte Chance, um den Zusammenbruch des Heiligen Krieges im Irak zu verhindern. Später distanzierte sich Al-Kaida in der Tat vom IS. Dieser nahm nach Bin Ladens Tod dennoch große Teile Syriens und des Irak ein und verübte Gräueltaten an Muslimen und Christen.

In einem Video-Brief an eine seiner Ehefrauen, der auch als Bin Ladens „letzter Wille“ beschrieben wird, sagt der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001: „Wisse, dass du doch mein Herz mit Liebe, schönen Erinnerungen und deinem langen Erdulden gespannter Situationen (...) füllst.“ Sollte sie nach seinem Tod heiraten, solle sie später dennoch mit ihm im Paradies leben, bat Bin Laden.

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