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Gewalttätige Auseinandersetzungen Zahlreiche Palästinenser bei Zusammenstößen an der Gaza-Grenze verletzt

Die palästinensischen Proteste an der Gaza-Grenze halten an. Bei einem Eingreifen israelischer Soldaten wurden zahlreiche Personen verletzt.

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Zahlreiche Palästinenser bei Zusammenstößen verletzt Quelle: Reuters

Gaza Rund 100 Palästinenser sind bei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze verletzt worden. Sie seien von scharfer Munition getroffen worden und hätten Tränengas eingeatmet, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza am Freitag mit. Einem Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP sei in den Fuß geschossen worden.

Rund 4000 Palästinenser würden an fünf Orten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel Reifen verbrennen, teilte die israelische Armee mit. Die Soldaten würden darauf entsprechend reagieren. Zur Verwendung von scharfer Munition wollte sich ein Sprecher zunächst nicht äußern.

Palästinenser lenkten Hunderte Drachen mit brennenden Stofffetzen nach Israel. Diese lösten zunächst allerdings nur kleinere Feuer aus, wie der Sprecher der israelischen Feuer- und Rettungsbehörde mitteilte. In den vergangenen Wochen hätten israelische Feuerwehrleute rund 450 Feuer gelöscht, die von Drachen dieser Art ausgelöst wurden.

Das Nationale Komitee des „Marsches der Rückkehr“ hatte für Freitag zum „Eine-Million-Marsch-für-Al-Kuds“ (Jerusalem) aufgerufen. Damit protestieren die Palästinenser am 51. Jahrestag des Sechstagekrieges. Am 5. Juni 1967 begann der Krieg, während dem Israel unter anderem den Ost-Teil Jerusalems und die Palästinensergebiete eroberte.

Die Hamas lobte den Protest. „Heute ist unser Volk vereint, weil Jerusalem allen Arabern, Muslimen und Palästinensern gehört“, sagte Fati Hamad, Mitglied des Hamas-Politbüros. Die Hamas lehne weiter die Anerkennung der USA von Jerusalem als Israels Hauptstadt ab. Die Palästinenser sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates Palästina.

Israelische Armeeflugzeuge hatten am Donnerstag Flugblätter über dem Gazastreifen abgeworfen. Darin warnte die Armee nach eigenen Angaben die Palästinenser davor, sich dem Grenzzaun zu nähern oder ihn zu beschädigen. Die Menschen sollten „nicht der Hamas als Werkzeug dienen - so wie es in vergangenen Wochen während der gewalttätigen Proteste passiert ist“, hieß es in einer Mitteilung der Armee.

Bereits seit 30. März haben Zehntausende Palästinenser an der Grenze zu Israel protestiert. Sie fordern ein Recht auf Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet. Dabei hatten sie auch der Vertreibung und Flucht Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 gedacht, vor 70 Jahren. Bei massiven Zusammenstößen mit der israelischen Armee töteten Soldaten mehr als 120 Palästinenser. Tausende wurden verletzt.

Israel war international für den Einsatz von Waffengewalt gegen die Palästinenser kritisiert worden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte das Vorgehen am Donnerstag verteidigt: „Wir haben Wasserkanonen versucht, wir haben Tränengas versucht, wir haben alle möglichen Geräte versucht und nichts hat funktioniert gegen diese Art von Taktik“, sagte er.

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