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Gift-Attacke in Großbritannien Tillerson glaubt an Russlands Beteiligung an Anschlag auf Ex-Spion

Theresa May glaubt, dass Russland für den Giftanschlag auf einen Ex-Agenten verantwortlich ist - die USA schließen sich der Vermutung an. Die Nato ist besorgt.

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Auch die USA glaubt an russische Gift-Attacke auf Ex-Spion Quelle: dpa

Washington US-Außenminister Rex Tillerson hat sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung angeschlossen, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. „Wir haben volles Vertrauen in die Untersuchungen des Vereinigten Königreiches und seine Bewertung“, wurde Tillerson in der Nacht zu Dienstag in einer Mitteilung seines Ministeriums in Washington zitiert.

Tillerson erklärte: „Wir stimmen überein, dass die Verantwortlichen - die das Verbrechen begangen und die es angeordnet haben - geeignete ernste Konsequenzen zu erwarten haben.“

Tillerson sagte, es könne für eine solche Attacke, die versuchte Ermordung eines Privatbürgers auf dem Boden einer souveränen Nation, keinerlei Rechtfertigung geben. „Wir sind schockiert, dass Russland sich erneut in derlei Verhalten engagiert zu haben scheint“, fügte er hinzu. „Russland bleibt von der Ukraine über Syrien und nun Großbritannien eine unverantwortliche Kraft der Instabilität in der Welt, die mit offener Verachtung der Souveränität anderer Staaten und dem Leben derer Bürger agiert“, so Tillerson.

Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen. US-Präsident Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte am Montag auch auf mehrfache Nachfragen lediglich, die USA stünden an der Seite ihres Alliierten und verurteilten den Anschlag.

Auch die Nato hat sich zu dem Fall zu Wort gemeldet. „Das Vereinigte Königreich ist ein hochgeschätzter Bündnispartner, und dieser Vorfall macht der Nato große Sorge“, heißt es in einer Mitteilung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der Nacht zu Dienstag. Die Nato sei mit den britischen Behörden wegen dieser Angelegenheit in Kontakt. „Der Einsatz von jeglichem Nervengas ist grauenhaft und vollkommen inakzeptabel.“

Sergej Skripal (66) und seine Tochter Yulia (33) waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie sind in kritischem Zustand. Insgesamt mussten 21 Menschen im Krankenhaus behandelt werden.

Zuvor hatte die britische Premierministerin Theresa May erklärt, Russland sei „höchstwahrscheinlich“ für die Vergiftung von Sergej Skripal und dessen Tochter Julia verantwortlich. Entweder sei Moskau bei der Attacke federführend gewesen oder habe zugelassen, dass das Gift in andere Hände gelangt sei. Russlands Militär habe des Mittel aus der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte in den 1970er und -80er Jahren entwickelt.

May setzte Russland ein Ultimatum bis Dienstagabend zur Erklärung des Nervengift-Einsatzes. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wies die Anschuldigungen zurück. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach Angaben eines BBC-Reporters vor Mays Ultimatum gesagt, Großbritannien müsse dem Vorfall erst auf den Grund gehen. „Dann werden wir darüber sprechen.“

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