"Global Hawk" USA wollen Drohnen an Südkorea liefern

Es ist ein umstrittener Deal: Die US-Regierung erwägt den Verkauf von Spionage-Drohnen an Südkorea. Mit vier "Global Hawk"-Drohnen für 1,2 Milliarden Dollar soll Seoul seinen Nachbarn Nordkorea besser überwachen können.

RQ-4

Die USA erwägen den Verkauf von Spionage-Drohnen an Südkorea und wollen damit ihren Verbündeten im Konflikt mit dem Nachbarn Nordkorea aufrüsten. Die Regierung um Präsident Barack Obama setzte den US-Kongress am Dienstag wie vom Gesetz vorgeschrieben von dem Vorhaben in Kenntnis. Südkorea wolle vier Drohnen vom Typ RQ-4 "Global Hawk" des US-Herstellers Nothrop Grunman zum Preis von 1,2 Milliarden Dollar kaufen und damit seine Überwachungskapazitäten ausbauen.

Seoul hat seit rund vier Jahren Interesse an dem System. In den USA wird das Vorhaben seit langem kontrovers diskutiert. "Global Hawk" kann mutmaßlich aus großer Höhe mobile und immobile Ziele auch bei schlechtem Wetter ausspähen. Beobachter schließen nicht aus, dass ein Verkauf der unbemannten Kleinflugzeuge an Südkorea ein Wettrüsten in der Region nach sich ziehen könnte.

Das sind die größten Drohnen-Hersteller
Der moderne Krieg braucht keine Piloten im Cockpit mehr: Drohnen übernehmen die Lufthoheit. Bis 2020 wird sich das Marktvolumen für so genannte Unmanned Aerial Vehicles (UAVs) verdoppeln, schätzt der Marktforscher Teal Group. 80 Milliarden Dollar werden die Militärs in den kommenden zehn Jahren für UAVs ausgeben, 55 Mrd. davon allein die US-Regierung. Und die Amerikaner sind fest entschlossen, ihren Vorsprung auszubauen. Drei Viertel der Forschungsausgaben auf der Welt bezahlen die US-Streitkräfte. Quelle: REUTERS
Das US-amerikanische Hochtechnologie-Unternehmen General Atomics ist Spezialist für die Atom- und Militärtechnik. Im Bereich der Drohnen sind die Amerikaner Marktführer. Das ehemalige Tochterunternehmen von General Dynamics hat seine Hauptsitz in San Diego. Die MQ-1 Predator ist ein Vorreiter der unbemannten Luftfahrt im Militärbereich. Eingesetzt wird sie vor allem zu Aufklärung - aber auch für den Kampfeinsatz, unter anderem in Afghanistan, im Irak oder im Balkan. Quelle: dpa
Ein weiterer Absatzgarant für General Atomics ist der große Bruder der MQ-1: Die MQ-9, Spitzname
Auch der größte Rüstungskonzern der Welt, der US-Konzern Lockheed Martin, gehört zu den Drohnenproduzenten. Marktführend sind die Amerikaner allerdings bei Kampfflugzeugen und -bombern, wie der F-16 und die F-22A Raptor. Daneben produziert der Konzern Aufklärungsmaschinen wie die auch von der Bundeswehr genutzte P-3 sowie Luftschiffe. Quelle: REUTERS
Mit der Drohne RQ-170 soll Lockheed Martin unter anderem Osama bin Laden aufgespürt haben. Mit seinen Tarnkappeneigenschaften ist der
Neben der zivilen Luftfahrt gehört der US-Flugzeugbauer Boeing auch in der Rüstungsbranche zu den führenden Anbietern. Eine breite Palette an Flugzeugen und Lenkwaffen sorgen trotz sinkender Rüstungsbudgets für Absatz. Zu den Entwicklungen des US-Konzerns gehört auch die Drohne X-45, die fast die Größe eines eines bemannten Kampfjets erreicht. Quelle: AP
Direkter Konkurrent der X-45 ist die X-47B des US-Herstellers Northrop Grumman. Der unbemannte Kampfjet des viertgrößten Rüstungskonzerns der Welt ist Teil des UCAS-D-Programms der US-Navy. Die Entwicklung wurde allein durch Firmengelder vorangetrieben. Foto: DARPA Quelle: Pressebild


Nordkorea hatte Mitte Dezember mit dem Start einer Rakete scharfe Kritik der Staatengemeinschaft auf sich gezogen. Die USA, Südkorea, Japan und andere Länder vermuten den militärischen Test einer Waffe, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch die USA erreichen könnte. Die USA und die Vereinten Nationen hatten den Start einen "hochprovokativen Akt" genannt, der gegen UN-Resolutionen verstoße. Nordkorea zufolge wurde indes lediglich ein Wettersatellit ins Weltall gebracht.

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Zugleich wurde bekannt, dass US-Präsident Obama seinen Weihnachtsurlaub verkürzt, um im Haushaltsstreit mit den Republikanern doch noch zu einer Einigung zu kommen. Obama werde sich bereits am Mittwoch und damit früher als geplant von Hawaii aus in Richtung Washington aufmachen, teilte das Weiße Haus mit.

Obamas Demokraten und die Republikaner haben noch bis zum 31. Dezember Zeit für eine Einigung. Sollten das nicht gelingen, treten Steueranhebungen und Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar in Kraft. Das könnte die US-Wirtschaft und in der Folge auch die Weltwirtschaft deutlich belasten.

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