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Griechen-Rettung Für Steuerzahler wird es schmerzhaft

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Allianz Quelle: CARO/Markus Wächtler

Dennoch rechnet auch er damit, dass vor allem wegen der langen Niedrigzinsphase die Renditen der Versorgungswerke in Zukunft schmaler ausfallen. Zumal die Versorgungswerke noch ein anderes Risiko ausgleichen müssen: Ihre Angehörigen sind überwiegend Akademiker und leben länger als der Durchschnittsbürger mit staatlicher Rente.

Auch für die deutschen Versicherer sind die niedrigen Zinsen ein größeres Problem als die Verluste bei griechischen Anleihen. „Viele haben bereits 21 bis 50 Prozent auf griechische Staatsanleihen abgeschrieben“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Lebensversicherung bei der Ratingagentur Assekurata. Während Axa und Debeka zum Jahresende abschreiben wollen, haben R+V oder Generali Deutschland bereits korrigiert.

Kunden schultern Geld

Generali Deutschland, zu der neben der AachenMünchener auch die Generali Versicherungen und die CosmosDirekt gehören, schrieb zum 30. Juni 345 Millionen Euro ab. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat sein Griechen-Portfolio zum zweiten Quartal um 703 Millionen Euro bereinigt, der Löwenanteil entfiel mit 680 Millionen auf die Erstversicherungstochter Ergo. Das meiste Geld schultern Kunden der Lebens- und Krankenversicherung, wie viel genau verrät Ergo nicht. Klar war nur, dass das Ergebnis der Mutter um 125 Millionen Euro gedrückt wurde.

„Alle deutschen Versicherer werden weitere nötige Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen problemlos verkraften“, sagt Heermann. Kein Wunder, der Anteil griechischer Bonds liegt laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter 0,3 Prozent.

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    Der Löwenanteil

    Was die Abschreibungen ihre Kunden kosten, lässt sich am Beispiel Allianz grob überschlagen. Die Münchner werteten im zweiten Quartal die bisher mit 1,3 Milliarden Euro verbuchten Papiere um die Hälfte ab (644 Millionen Euro). Das belastete das Ergebnis der Gruppe netto mit 326 Millionen Euro, wovon 223 Millionen Euro die Versicherten weltweit trugen. 103 Millionen entfielen auf die Allianz Deutschland. Gemessen an 19 Millionen Kunden der Allianz Deutschland, wären es im Schnitt 5,42 Euro pro Kunde. Allerdings haben viele Kunden mehrere Verträge in unterschiedlicher Höhe, im Einzelfall sieht die Rechnung daher anders aus.

    Ebenfalls nur grob überschlagen lassen sich die Einbußen bei der Allianz Lebensversicherung: Wie viel die deutschen Lebensversicherten tragen, ist zwar unklar. Es ist jedoch der Löwenanteil. Pro Vertrag verliert jeder Kunde auf jeden Fall weniger als zehn Euro im Schnitt – gemessen an 10,3 Millionen Lebensversicherungsverträgen der 8,7 Millionen Kunden.

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