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Griechen-Rettung Für Steuerzahler wird es schmerzhaft

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Commerzbank in Frankfurt am Quelle: dpa

Solange es bei den Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen bleibt, fallen die Einbußen, gemessen an 150 Milliarden Euro Kapitalanlagen allein bei der Allianz Leben, gering aus. Käme ein umfangreicher Schuldenschnitt auch bei Staaten wie Italien, deren Anleihemarkt größer als der deutsche ist, kämen jedoch auch die Versicherer in größere Bedrängnis. Allein die Allianz meldete für die gesamte Gruppe zuletzt Investitionen in italienische Staatsanleihen in Höhe von 28,2 Milliarden Euro – mehr als sechs Prozent des Portfolios. 19 Milliarden Euro davon gehören Lebensversicherten der Italien-Tochter.

Noch steht kein weiterer Schuldenschnitt eines Euro-Landes zur Debatte. Langfristig können daher vor allem die niedrigen Zinsen zum Risiko für Versicherte werden. Lebensversicherer haben ihren Kunden vertraglich Mindestzinsen garantiert, im Schnitt rund 3,3 Prozent. Doch sichere Geldanlagen wie zehnjährige Bundesanleihen bringen nur rund zwei Prozent Rendite. Versicherer müssen deshalb mehr Risiko eingehen, um ihre Kundenversprechen zu erfüllen.

BaFin wird hellhörig

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Treffen könnte die Branche zudem ein weiteres Risiko: Versicherer sind stark in Banken investiert. Der GDV geht davon aus, dass mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Kapitalanlagen der Branche in Deutschland auf Banken entfallen. Insgesamt legen die deutschen Erst- und Rückversicherer 1,25 Billionen Euro an. Zwar sind gut 24 Prozent davon in Pfandbriefe investiert – also Papiere, die für den Fall der Insolvenz der Bank mit Immobilienkre‧diten, aber auch mit solchen an Staaten ‧besichert sind. Mehr als 14 Prozent des Geldes ihrer Kunden haben Versicherer ‧direkt an Banken verliehen. Viele haben sich an Banken beteiligt. So hält die Allianz bis zu fünf Prozent an der Commerzbank. Das Engagement hat auch die Aufsicht  BaFin auf den Plan gerufen, die derzeit bei Versicherern abfragt, wie viel Geld sie bei Banken angelegt haben.

Ohne Staatshilfe

Die Branche ringt weiter um ihre Stabilität. Dazu soll sie ihr Eigenkapital bis zum kommenden Sommer deutlich stärken. Insgesamt 106 Milliarden Euro brauchen europäische Banken bis dahin, um die erforderliche Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen, ermittelte die Bankenaufsicht EBA in einer vorläufigen Rechnung in der vergangenen Woche. Vor allem Institute in Griechenland, aber auch in Spanien und Italien könnten dies nicht aus eigener Kraft schaffen und wären dann auf die Unterstützung des Staates angewiesen.

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    Deutsche Banken kommen im Vergleich relativ gut weg. Ihr gesamter Kapitalbedarf liegt bei 5,2 Milliarden Euro. Der größte Teil davon entfällt mit knapp drei Milliarden Euro auf die ohnehin schon teilverstaatlichte Commerzbank.

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