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Griechenland Neue Kredite für Athen

Griechenland hat sich vier Milliarden Euro am Kapitalmarkt geliehen. Doch die Lage des Landes bleibt heikel. Auch, weil die Euro-Finanzminister weiter zögern.

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Griechenland wartet auf frisches Geld. Quelle: dpa

Düsseldorf Athens befürchtete Probleme bei der Aufnahme neuer Schulden am Geldmarkt sind ausgeblieben. Griechenland hat am Dienstag 4,06 Milliarden Euro bei Investoren besorgen können, wie die Schuldenagentur PDMA in Athen mitteilte. Damit wurde das Platzierungsziel von 3,125 Milliarden Euro übertroffen. Griechenland benötigt diese kurzfristigen Gelder, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden - da die internationalen Helfer die nächste Auszahlung von Krediten aus den Rettungspaketen noch nicht freigegeben haben.

„Mit einer schnellen Überweisung der nächsten Kredite kann Griechenland nicht rechnen“, erklärt Finanzminister Wolfgang Schäuble weiterhin. „Wir alle in der Eurogruppe und im IWF wollen Griechenland helfen, aber wir lassen uns nicht unter Druck setzen.“ Und: „Ich möchte gerne sehen, ob Griechenland seine Verpflichtungen alle erfüllt hat.“

Griechenland wartet - und zwar auf die Entscheidung der Troika und der EU-Finanzminister. Die sitzen zur Stunde zusammen, um darüber zu beraten, ob Athen nun die nächste Hilfstranche über 31,5 Milliarden Euro ausbezahlt bekommt. Die frischen Milliarden hatten die Euro-Finanzminister vom Troika-Bericht abhängig gemacht. Der fiel positiv aus. Griechenland habe einen "signifikanten Aufholprozess" eingeleitet. Eine weitere Erkenntnis: Sollte Griechenland zwei Jahre Aufschub für die Erfüllung der internationalen Sparauflagen bis 2016 erhalten, benötigt das Land weitere 32,6 Milliarden Euro.

Das steht im Troika-Bericht

Jetzt geht es aber erst einmal um die nächste Hilfstranche. Und obwohl der Troika-Bericht positiv ist - die Griechen werden weiter warten müssen. Der Grund: Offene Fragen in Sachen Schuldentragfähigkeit und einer Verlängerung des Anpassungsprogramms für Griechenland, sagte Juncker heute. Und dann müssen auch noch einige EU-Parlamente – zum Beispiel Deutschland – den weiteren Hilfen zustimmen.

„Kostspielige Hinhaltetaktik" – so nennt Alexander Kritikos vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Verzögerungen bei der Veröffentlichung des Troika-Berichts. Denn Griechenland braucht Geld – und zwar dringend, in zweierlei Hinsicht: Am Freitag sind Anleihen von etwa fünf Milliarden Euro fällig. Die kann Griechenland nicht bezahlen. Also muss das Land zwischenfinanzieren – und zwar mit Papieren mit Laufzeiten von einem und drei Monaten.

Die griechischen Banken sind die klassischen Abnehmer der Geldmarktpapiere. Normalerweise reichen die Banken die Geldmarktpapiere bei der Athener Zentralbank als Sicherheiten ein, um Überbrückungskredite (Emergency Liquidity Assistance, ELA) zu bekommen. Die Entscheidung über die Zuteilung der ELA-Kredite liegt bei den nationalen Notenbanken. Allerdings muss auch die EZB zustimmen.

Im Sommer hatte der EZB dies getan. Doch letztendlich finanziert die Europäische Zentralbank so indirekt den griechischen Staat. Deshalb soll Griechenland die kurzfristigen Geldmarktpapiere auf elf Milliarden Euro herunterfahren, so war es mit den internationalen Geldgebern vereinbart. Doch so würde die Emission auf 22 Milliarden steigen.

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