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Handelsdefizit Japans Exporte fallen auf Zweieinhalb-Jahres-Tief

Japan 2018 sein erstes Handelsdefizit seit drei Jahren. Quelle: AP

Japan bekommt den Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Konjunkturabkühlung in der Volksrepublik zu spüren. Japans Exporte brachen um fast vier Prozent ein – der stärkste Rückgang seit mehr als zwei Jahren.

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Der Handelskonflikt zwischen den USA und China wirkt sich auch auf Japans Exportwirtschaft aus. Schwache Geschäfte in China, Japans größtem Handelspartner, belasteten die Ausfuhren in das benachbarte Riesenreich im Dezember stärker als erwartet. Der Wert der Exporte sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,8 Prozent, teilte das Finanzministerium am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mit. Es war der stärkste Rückgang der Exporte der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft der Welt seit Oktober 2016.

Auf das Gesamtjahr 2018 bezogen stieg der Wert der japanischen Exporte zwar um 4,1 Prozent. Doch legten die Importe angesichts gestiegener Energiekosten noch stärker um 9,7 Prozent zu. Damit verzeichnete Japan erstmals seit drei Jahren ein Handelsdefizit. Die Exporte des Landes sind weiterhin tragender Pfeiler für den wirtschaftlichen Aufschwung. Doch bekamen Japans Exporteure in den vergangenen Monaten angesichts der andauernden Handelsspannungen zwischen den USA und China einen Rückgang der Nachfrage zu spüren.

Auch von Japans Notenbank kamen zur Mitte der Woche mäßige Nachrichten. Die Zentralbank senkte sie die Inflationsprognose für die Fiskaljahre bis März 2021. Das gab die Bank of Japan (BoJ) im Anschluss an zweitägige Beratungen bekannt. Damit bleibt das Inflationsziel der Notenbanker von zwei Prozent in weiter Ferne. Zugleich hält angesichts der weiter niedrigen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Geschäftsbanken können sich weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen, Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben. Die BoJ nannte als Risiken für Japans Wirtschaft unter anderem die Wirtschaftspolitik der USA, die im Handelsstreit mit China liegen, sowie eine geplante Anhebung der Verbrauchssteuer.

Für das bis zum 31. März laufende Geschäftsjahr senkten die Währungshüter der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft ihre Wachstumsprognose von 1,4 auf 0,9 Prozent. Für die beiden kommenden Fiskaljahre ist die Zentralbank indes etwas optimistischer und rechnet nun mit einem Wachstum im kommenden Jahr von 0,9 Prozent sowie 1,0 Prozent Wachstum im darauf folgenden Jahr.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die BoJ mit einer Preissteigerung von nur noch 0,8 Prozent statt bisher geschätzter 0,9 Prozent. Hintergrund ist der Rückgang der Ölpreise. Im kommenden Geschäftsjahr dürfte die Inflation lediglich bei 0,9 Prozent statt erhoffter 1,4 Prozent liegen. Im dann folgenden Jahr wird eine Preissteigerung von 1,4 (bisher geschätzt: 1,5) Prozent erwartet.

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