Harvard-Ökonom Japan vor dem wirtschaftlichen Abgrund

Exklusiv

Das im Vergleich zu Griechenland noch höher verschuldete Japan steht nach Einschätzung des Harvard-Ökonomen Martin Feldstein vor einem wirtschaftlichen Abgrund, sollte die neue Regierung unter dem konservativen Premier Shinzo Abe wirklich einen Inflationsrate zwischen zwei und drei Prozent ansteuern.

Steuert Premier Shinzo Abe das hochverschuldete Japan in den Abgrund? Quelle: AP

Diese werde unweigerlich auch zu höheren Kreditzinsen führen und damit den Staatshaushalt enorm belasten, so Feldstein in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche. „ Die Kombination explodierender Schulden mit steigenden Zinsen ist ein Fahrstuhl in den wirtschaftlichen Abgrund“, so Feldstein.

Japans Lage

Japan zahlt derzeit für japanischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit unter einem Prozent Zinsen und damit die niedrigsten der Welt. Dabei ist Japan gemessen am Bruttoinlandsprodukt mit 230 Prozent noch höher verschuldet als Griechenland mit 175 Prozent. „Das jährliche Haushaltsdefizit beträgt fast zehn Prozent vom BIP und übersteigt damit den Wert jedes einzelnen Landes der Euro-Zone.“ Deshalb sei es fatal, nun eine Politik zu beginnen, die zu steigenden Zinsen führt. „Angesichts steigender Preise und eines relativ zu anderen Währungen fallenden Yens werden Investoren nur noch bereit sein, japanische Staatsanleihen zu halten, wenn deren Nominalertrag deutlich höher ist als in der Vergangenheit“, so Feldstein.

Japan bringt Milliarden-Konjunkturprogramm auf den Weg

Das werde das japanische Haushaltsdefizit und die Schuldenquote Japans weiter erhöhen. „Bei einer Schuldenquote von 230 Prozent des BIPs hätte eine vierprozentige Steigerung der Kreditkosten eine Verdopplung des jährlichen Defizits auf 20 Prozent vom BIP zur Folge“, warnt der Ökonom. „Japans neue Regierung unter Premierminister Shinzo Abe ist im Begriff, einen verhängnisvollen Fehler zu begehen.“

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