Hauptstreitpunkte Teheran macht wohl Fortschritte bei Atomgesprächen

Im Schwerwasserreaktor Arak könnte der Iran Plutonium produzieren. Das Projekt ist ein Hauptstreitpunkt bei den Atomverhandlungen. Und es gibt Ärger um einen Botschafter.

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Eine Frau trocknet Wäsche auf einer Erdöl-Pipeline Quelle: ASSOCIATED PRESS
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Im Windschatten der Ukrainekrise meldet der Iran große Fortschritte bei den Atomgesprächen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland. Vizepräsident Ali Akbar Salehi erklärte am Samstag, der Streit um den Schwerwasserreaktor Arak im Mitteliran sei beigelegt. „Wir haben vorgeschlagen, dass wir nur ein Fünftel von dem ursprünglich geplanten Plutonium produzieren werden, und dies wurde von der 5+1 begrüßt“, sagte er.

Der Reaktor Arak würde nach einer Inbetriebnahme Plutonium produzieren, das für Atombomben dienen könnte. Deshalb fordert der Westen die Schließung des Reaktors oder seinen Umbau zu einem Leichtwasserreaktor. Laut Salehi wäre ein Umbau nicht möglich, weil der Reaktor Radioisotopen für den Medizinbereich herstellen soll und dies die Schwerwassertechnik erfordere.

Salehi stellte auch die besonders von den USA geforderte Inspektion der Militäranlage Parchin im Südosten der Hauptstadt Teheran durch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Aussicht. Westliche Geheimdienste vermuten, dass in Parchin vor einigen Jahren an der Entwicklung von Atomsprengköpfen gearbeitet wurde. „Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Salehi. Daher würde Teheran eine weitere Inspektion der schon zweimal von der IAEA besichtigten Anlage nicht verbieten. Die nächsten Atomgespräche sollen nach iranischen Angaben auf Expertenebene vom 5. bis zum 9. Mai am UN-Sitz in New York stattfinden. Am 13. Mai soll in Wien ein Treffen auf politischer Ebene folgen. In der iranischen Presse wird gemunkelt, dass die Verhandlungen länger als die üblichen zwei Tage dauern werden, um die für den 20. Juli geplante endgültigen Einigung vorzubereiten.

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Die Fortschritte der Gespräche wurden bisher nicht vom Streit der USA mit dem Iran um den neuen iranischen UN-Botschafter Hamid Abutalebi beeinträchtigt. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete am Freitag ein Gesetz, mit dem Abutalebi an der Einreise in die USA gehindert werden kann. Es besagt, dass UN-Vertretern die Einreise verweigert werden kann, wenn sie an Terrorakten gegen die USA beteiligt waren. Washington hält Abutalebi für einen der Studenten, die 1979 die US-Botschaft in Teheran gestürmt und etwa 50 Amerikaner über ein Jahr als Geisel gehalten hatten. Abutalebi bestreitet das. Er sagt, er habe nur für die Studenten verhandelt.

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