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Hongkong Polizei nimmt zwei Anführer der Proteste fest

Hongkongs Polizei zeigt Härte. Nach Ausschreitungen lässt sie weitere Straßensperren in Hongkong räumen. Dutzende Menschen werden festgenommen - laut Studenten auch zwei ihrer prominenten Wortführer.

Hier hat sich die Pressefreiheit verschlechtert
Mali (Rang 99, minus 74)Kein anderes Land ist im Ranking zur Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen so stark abgestürzt wie Mali, das viele Jahre einer der Vorreiter der Pressefreiheit in Afrika war. Nach dem Militärputsch im März sowie der Machtübernahme im Norden durch Tuareg und Islamisten mussten viele Radiosender im Rebellengebiet ihren Betrieb einstellen. Auch in der Hauptstadt seien Zensur und gewaltsame Übergriffe auf Journalisten an der Tagesordnung, so Reporter ohne Grenzen. Quelle: dpa
Tansania (Rang 70, minus 36)In dem ostafrikanischen Staat sind im vergangenen Jahr mindestens zwei Reporter ums Leben gekommen. Ein Journalist wurde bei einer Demonstration getötet, ein anderer Berichterstatter wurde tot aufgefunden. Die Polizei geht auch hier von einem Gewaltverbrechen aus. Quelle: dpa
Japan (Rang 53, minus 31)Japan rutschte vor allem wegen seiner restriktiven Informationspolitik im Gefolge der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 um 31 Plätze ab und rangiert nur noch auf Platz 53. Zudem versuchte der Staat direkt in die Berichterstattung der Medien einzugreifen, freie Journalisten wurden von der Polizei eingeschüchtert. Quelle: dpa
Griechenland (Rang 84, minus 14)In Griechenland leiden immer mehr Reporter unter der Schuldenkrise. Sie bekommen den Frust der Bürger zu spüren und werden immer häufiger von extremistischen Gruppen oder der Polizei angegriffen.  Die Kollegen arbeiten in einem "desaströsen Umfeld", so Reporter ohne Grenzen. Quelle: REUTERS
Ungarn (Rang 56, minus 16)Verschlechtert hat sich die Situation auch in Ungarn, wo seit den umstrittenen Mediengesetzen Selbstzensur in den Redaktionen weit verbreitet ist. Die nationalkonservative Regierung kontrolliert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, während das linksliberale Klubradio seit mehr als einem Jahr um den Erhalt seiner Sendelizenz kämpft. Quelle: REUTERS
Russland (Platz 148, minus 6)Die Staatsspitze behinderte die Berichterstattung über Großdemonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl Wladimir Putins. In überraschender Eile wurde im Sommer die  Gesetzgebung zur Verleumdung verschärft, die erst kurz zuvor liberalisiert worden waren. Seit September 2012 existiert eine "Schwarze Liste" blockierter Internetseiten, die Kinder vor Pornografie oder anderen schädlichen Inhalten schützen und "Hochverrat" verhindern soll. Aber: Die Überwachung des Internets sei in hohem Maße intransparent, da eine kleine Expertengruppe darüber entscheidet, welche Seiten blockiert werden, kritisieren die Reporter ohne Grenzen. Quelle: AP
Türkei (Platz 154, minus 6)In der Türkei saßen seit dem Ende des Militärregimes 1983 nie so viele Journalisten im Gefängnis wie heute. Vielen werden Straftaten nach dem umstrittenen Antiterrorgesetz zur Last gelegt. Oft erhalten weder Angehörige noch Anwälte Informationen über die Anklage und Zugang zu den Akten. Weil sie Gefangene übermäßig lange in Untersuchungshaft hält, wurde die Türkei wiederholt international kritisiert. Eine Reform des Antiterrorgesetzes im Juli 2012 brachte jedoch nur geringfügige Verbesserungen. Quelle: AP

Hongkongs Polizei hat nach Angaben der Studentenvereinigung zwei Anführer der prodemokratischen Proteste in der früheren britischen Kronkolonie festgenommen. Nach Angaben der Gruppe vom Mittwoch handelt es sich dabei um Joshua Wong und Lester Shum. Beide zählen zu den bekanntesten Gesichtern der seit Wochen andauernden Demonstrationen. Die Polizei bestätigte die Festnahmen der beiden Studenten zunächst nicht.

Nach den mittlerweile 60 Tage andauernden Protesten, die wesentlich von Studenten mitgetragen werden, hatte ein Gericht die Räumung von Straßenbarrikaden in Hongkong angeordnet. Am späten Dienstagabend gab es die schwersten Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizisten seit Tagen. Dutzende strömten auf die Straßen, um sich gegen die Räumung zur Wehr zu setzen. Wong und Shum hatten ihre Anhänger dazu aufgerufen, keinen Widerstand zu leisten.

Berühmte chinesische Regimekritiker

Bis zum Mittwochmorgen wurden nach Polizeiangaben mehr als 100 Aktivisten festgenommen, die sich gegen die Räumung im Geschäftsviertel Mong Kok wehrten. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um Demonstranten von den Straßen zu vertreiben. Aktivisten warfen den Beamten vor, unnötig hart vorgegangen zu sein. Die Polizei sprach hingegen von einer „illegalen Versammlung“. Entgegen der Gerichtsanordnung hätten Aktivisten versucht, die Straßen erneut mit Gegenständen zu blockieren. „Die Polizei hat entschlossen gehandelt und sie vertrieben“, teilte die Behörde mit. Eine Polizeisprecherin sagte auf Anfrage, 20 Beamte seien bei dem Einsatz verletzt worden.

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Taxi- und Busfahrer hatten eine einstweilige Verfügung gegen die Protestlager in Mong Kok durchgesetzt, weil sie ihr Geschäft durch die Straßensperren beeinträchtigt sahen. Die gerichtliche Verfügung sieht vor, dass Polizeibeamte jeden festnehmen dürfen, der sich der Vollstreckung in den Weg stellt. Die Proteste hatten sich an Plänen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Seit der Rückgabe an China im Jahr 1997 wird Hongkong als eigenes Territorium autonom regiert.

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