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Hunger in der Welt UN-Ernährungskonferenz beschließt Empfehlungen

In Rom treffen sich Abgeordnete aus mehr als 190 Staaten, um über den Kampf gegen Hunger zu beraten. Die Länder sollen durch Aktionspläne alle Formen von Mangelernährung bekämpfen.

Ein zwei Jahre alter Junge im Senegal isst trockenen Couscous aus einer Schale. Noch immer hungern Millionen Menschen weltweit. Quelle: dapd

Die Teilnehmer der UN-Ernährungskonferenz in Rom wollen den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung verschärfen. Am Mittwoch verabschiedeten Delegierte aus mehr als 190 Teilnehmerstaaten eine Erklärung, die das Recht jedes Menschen auf Zugang zu gesundem, ausreichendem und nahrhaftem Essen festschreibt. Die Regierungen weltweit sind aufgefordert, Mangelernährung in all ihren Formen zu bekämpfen - dazu zählt auch Fettleibigkeit.

Auch wurde ein Rahmenwerk für Aktionspläne beschlossen, das Maßnahmen empfiehlt und Ziele bis 2025 festlegt. José Graziano, Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, sagte: „Wir haben das Wissen, die Expertise und die Ressourcen, um alle Formen der Mangelernährung zu besiegen.“. Es sei Aufgabe der Regierungen voranzuschreiten. Aber um die Ernährung weltweit zu verbessern, müssten auch Zivilgesellschaft und Wirtschaft helfen.

Die dreitägige Konferenz mit mehr als 190 teilnehmenden Ländern hatte am Mittwoch begonnen. Für Donnerstag ist eine Rede von Papst Franziskus angesetzt. Weitere namhafte Gäste sind der US-Ökonom Jeffrey Sachs sowie Melinda Gates, Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates. In ihren Wohltätigkeitsorganisationen befassen sie sich ebenfalls mit dem Thema Hunger und Ernährung. Eingeladen haben die FAO und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Nach Ansicht der Welthungerhilfe in Berlin sollte es bei der Konferenz nicht nur um Hilfsprojekte gehen, sondern auch um die Gesetzgebung in den Industrienationen. „Wenn in Deutschland zum Beispiel eine Quote für Biosprit festgelegt wird, dann steigen die Nahrungsmittelpreise in den Entwicklungsländern, weil die Bauern Raps nach Europa exportieren“, sagte eine Sprecherin der Organisation. Wegen derartiger Effekte sei es wichtig, dass bei nationalen Entscheidungen über Investitionen oder Handelsabkommen immer geprüft werde, welche Folgen sich daraus für die Ernährungssicherheit ergeben.

Der Generalsekretär der Organisation, Wolfgang Jamann, sagte zudem im ARD-Morgenmagazin: „Bei der Bundesregierung ist zwar viel guter Wille zu spüren, aber leider fehlen die Taten.“ Der aktuelle Etat für die Entwicklungszusammenarbeit sei zu niedrig.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte dem von Gerd Müller (CSU) geführten Bundesentwicklungsministerium in der vergangenen Woche 60 Millionen zusätzlich bewilligt. Damit steigt der Etat leicht auf 6,5 Milliarden Euro.

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