Huthi-Rebellen im Jemen Iran schickt Kriegsschiffe vor jemenitische Stadt Aden

Vor die heftig umkämpfte jemenitische Hafenstadt Aden hat der Iran zwei Kriegsschiffe entsandt. Offiziell sollen der Zerstörer und das Versorgungsschiffiranische Schiffe im Golf von Aden vor Piraten schützen.

Iran schickt Kriegsschiffe vor jemenitische Stadt Aden Quelle: dpa

Der Iran gilt als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen, die seit Tagen versuchen, die strategisch wichtige Metropole am Ausgang des Roten Meeres zu erobern. Einwohner berichteten am Mittwoch, Dutzende der Huthi seien bei Kämpfen mit örtlichen Milizen um das Stadtzentrum getötet worden. Um den Vormarsch der Huthi zu bremsen, bombardiert Saudi-Arabien mit Unterstützung anderer arabischer Staaten seit zwei Wochen die Rebellen. Die USA verstärkten ihre Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und deren Verbündete.

Einwohner Adens berichteten, Huthi-Kämpfer seien mit einem Panzer und zwei gepanzerten Fahrzeugen in das zentrale Stadtviertel Crater eingedrungen. Viele Häuser hätten nach Raketentreffern Feuer gefangen. Familien harrten in ihren Wohnungen aus, während um jeden Straßenzug gekämpft worden sei. In den nördlichen Stadtbezirken habe es drei heftige Detonationen gegeben, die wahrscheinlich auf Luftangriffe zurückzuführen seien.

Die Akteure des Konflikts im Jemen

Ein regierungstreuer Milizionär sagte, ein Panzer und ein gepanzertes Fahrzeug der Huthis seien zerstört worden. Mindestens 22 Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen. Von den Moscheen wurden die Männer zum "Heiligen Krieg" gegen die Huthi aufgerufen, berichteten Einwohner. Trotz der Kämpfe gelang es der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben, 2,5 Tonnen medizinisches Material in Aden anzulanden.

Auch ein Luftwaffenstützpunkt rund 50 Kilometer nördlich der Hafenstadt sei bombardiert worden, berichteten Anwohner. Diesen hätten Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, die sich mit den Huthi verbündet haben, allerdings weiter unter Kontrolle. Am Vortag waren die Huthi-Kämpfer nach Angaben regierungstreuer Milizionäre aus dem Zentrum Adens in die nördlichen Stadtgebiete zurückgeworfen worden.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten fliegen kontinuierlich Angriffe auf Waffendepots, Stellungen und Konvois der schiitischen Huthi-Milizen, die den Jemen weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht haben. Den Vormarsch auf Aden, die letzte Hochburg des nach Saudi-Arabien geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi, konnten die Luftangriffe aber bislang nicht aufhalten.

Unterstützung erhält Saudi-Arabien auch von den USA. Der stellvertretende Außenminister Antony Blinken sagte am Dienstag bei einem Besuch in Riad, die USA würden ihre Waffenlieferungen an das Königreich beschleunigen. Zudem hätten sie eine gemeinsame Koordinationsstelle im Operationszentrum der saudiarabischen Streitkräfte eingerichtet, die auch mit mehr Geheimdienstinformationen versorgt würden. US-Verteidigungsminister Ash Carter sagte bei einem Besuch in Japan, neben den Huthi-Milizen habe auch Al-Kaida im Jemen Geländegewinne erzielt und weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%