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Indien "Schreibt Indien nie ab!"

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"Sie Wirtschaft hofft auf Stabilität"

Wahlen in Indien zu Ende gegangen

Die Frage war auch nicht, wen Sie fördern. Sondern warum die indische Wirtschaft geschlossen hinter Modi steht.

Die Wirtschaft hofft stets auf Stabilität. Und das ist beim klaren Sieg einer Partei wahrscheinlicher. Vermutlich ist es der Wunsch nach stabilen Verhältnissen, den man gerade unter Neu-Delhis Unternehmern spürt. Aus privaten Gesprächen weiß ich, dass alle Unternehmer dieselbe Meinung über ihn haben.

Fürchten Sie einen Börsencrash, wenn das Wahlergebnis eine breite Koalitionsregierung nötig macht?

Nein, selbst dann mache ich mir keine Sorgen. In der Vergangenheit ist Indien selbst dann gewachsen, wenn eine ineffiziente Regierung an der Macht war. Zugegeben, internationale Investoren waren in den vergangenen fünf Jahren enttäuscht, weil unser Land hinter den ökonomischen Erwartungen zurückgeblieben ist. Aber nun strömt so schnell so viel Kapital zurück ins Land, dass die Botschaft für alle lautet: Schreibt Indien niemals ab!

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    Würden Sie sagen, ausländische Investoren unterschätzen den indischen Markt?

    Ja, absolut. Indien ist ein Zirkus, wo immer etwas los ist. Und selbst wenn die versprochene große Show nicht stattfindet, erscheinen immer ein paar Solokünstler, die etwas können. In der vergangenen Legislaturperiode waren das der Chef der Notenbank, Raghuram Rajan, und der Finanzminister, die gute Arbeit geleistet haben. Also kauft Tickets für die Indien-Show!

    Indien ist ein gewaltiger Binnenmarkt, kaum integriert in die Weltwirtschaft. Glauben Sie, dass sich Indien bald der Welt öffnen wird?

    Wir werden nie ein großer Rohstoff-Exporteur werden, aber als Importeur spielt Indien eine immer größere Rolle in der Weltwirtschaft. Unsere Exporte werden in dem Maße wachsen, wie wir unsere Infrastruktur-Probleme in den Griff kriegen. In Chennai ist ein großer Hafen für die Verschiffung von Autos in Betrieb gegangen, was etwa Hyundai ermöglicht, aus Indien in die Welt zu exportieren. Mit dem Wachstum von Importen und Exporten werden auch unsere Geschäftsleute verstärkt im Ausland investieren und die Integration des Landes in die Weltwirtschaft stärken.

    Das setzt aber voraus, dass die teils hohen Schutzzölle reduziert werden, von denen auch Ihre Gruppe profitiert. Fürchten Sie niedrigere Zölle?

    Ausland



    Ob die Zölle hoch sind oder niedrig, spielt keine Rolle. Alle namhaften Fahrzeughersteller sind vor Ort und produzieren zu indischen Bedingungen. Umgekehrt sind indische Unternehmen global wettbewerbsfähig, sofern wir effiziente Strukturen haben. Es ist für ausländische Unternehmen ein Leichtes, in Indien zu investieren. Unser Land hat einen der offensten Märkte der Welt.

    Die EU verhandelt seit Jahren über ein Freihandelsabkommen mit Indien – ohne Erfolg. Hat der Handel mit Europa für Indien keine Priorität mehr?

    Jedes Handelsabkommen ist wichtig. Die Verhandlungen mit der EU stocken, weil sich Brüssel gegen die Öffnung der Dienstleistungssektoren für indische Wettbewerber sträubt. Hier kommt uns die EU sehr protektionistisch vor, was uns wiederum in Bezug auf den Einzelhandel vorgeworfen wird. Das ist ein Geben und Nehmen.

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