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Indonesien Jakarta soll Küstenbefestigung für 38 Milliarden Euro erhalten

Die indonesische Hauptstadt sackt an vielen Orten ab – und macht sie anfällig für große Überschwemmungen. Schutzdeiche sollen Katastrophen verhindern.

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In der Stadt und ihrem Einzugsgebiet wohnen mehr als zehn Millionen Menschen. Quelle: Reuters

Jakarta Der indonesische Präsident Joko Widodo will durch den Bau einer riesigen Ufermauer die Hauptstadt Jakarta vor dem Untergang bewahren. „Dieses Großprojekt wird schnell verwirklicht werden müssen, um zu verhindern, dass Jakarta im Meer versinkt“, sagte Widodo im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Der Zeitplan für das umgerechnet knapp 38 Milliarden Euro teure Projekt sei eng. Experten sagten voraus, wenn die Entwicklung so weiter gehe, stehe 2050 ein Drittel Jakartas unter Wasser.

Jakarta hat zehn Millionen Einwohner, in der näheren Region leben weitere 20 Millionen. Weil es kein leistungsfähiges Trinkwassernetz gibt, zapfen Einwohner und Industrie das Grundwasser an. Dadurch senkt sich jedoch der Boden ab, im Durchschnitt etwa zehn Zentimeter pro Jahr. Dazu kommt das Ansteigen des Meeresspiegels infolge der Klimaveränderungen.

Der Geodäsist Heri Andreas sagte, einige Gebiete im Norden der Stadt lägen bereits zwei bis vier Meter unter dem Niveau des Meeresspiegel. Hier senke sich der Boden um bis zu 20 Zentimeter pro Jahr.

Für das Schutzprojekt sollen zunächst 30 Kilometer Küstendeiche verstärkt werden. Dann ist vorgesehen 17 künstliche Inseln aufzuschütten. Und schließlich sollen in Westen und Osten der Bucht riesige Ufermauern entstehen. Die Pläne sind bereits Jahre alt. Doch Streit über die Kosten und Widerstand der Fischereibranche haben sie verzögert.

Widodo erneuerte seinen Vorschlag, eine neue Hauptstadt zu bauen, die dann nicht auf der Hauptinsel Java stehen solle. Die Zentren von Wirtschaft und Politik sollten getrennt sein, sagte er. Dabei spiele auch die Gefahr von Überflutungen und Erdbeben eine Rolle. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Hauptstadt sicher vor Katastrophen ist“, sagte Widodo, ohne den Standort einer neuen Hauptstadt zu nennen.

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