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Infrastruktur Marodes Amerika

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"Man glaubt, man ist in einem Schwellenland"

Der Flughafen

"Wenn man in Washington oder auch in New York ankommt und in die Stadt fährt, glaubt man eher, man ist in einem Schwellenland. Das ist ein anderes Ankommen als in Shanghai, wo man in einen Magnetschwebezug steigen kann", sagt auch Thunert.

Im Wahlkampf spielte die marode Infrastruktur des Landes dennoch bislang kaum eine Rolle. Zwar betonen beide Präsidentschaftskandidaten, sie wollen die Wirtschaft ankurbeln und Infrastrukturfragen seien „entscheidend“ für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Doch Geld will weder Präsident Barack Obama noch Herausforderer Mitt Romney in die Hand nehmen. Im Gegenteil: Letzterer will zwar per "Fracking" die Ölforderung und damit die Steuereinnahmen ankurbeln, die Ausgaben des Staates aber auf 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drosseln – und auch bei den Ausgaben für Infrastrukturprojekte sparen. So soll etwa die Bahngesellschaft „Amtrak“, die jährlich mit 1,6 Milliarden Dollar subventioniert werden muss, privatisiert werden. Von der Verlegung der oberirdischen Stromkabel unter die Erde oder der Erneuerung und Erhöhung der Deiche an den Küsten, ist im Wahlprogramm von Demokraten und Republikanern nichts zu lesen.

Die größten Pleitekandidaten der USA

So sind die US-Bürger auf sich alleine gestellt, um "Sandy" zu überstehen – aber auch alle folgenden Hurrikans und Tornados. Meteorologen erwarten, dass "Sandy" am Montagabend Ortszeit irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land trifft. Der Streifen gehört zu dem am dichtesten besiedelten in Amerika.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte am Sonntag 375 000 Bewohner auf, wegen des drohenden Hurrikans ihre Häuser zu verlassen. Radio- und Fernsehsender warnten die Bevölkerung an der Ostküste vor einem drohenden "Frankenstorm" – in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein geschaffene Monster. Schon jetzt steht fest: Die USA haben dem Schreckgespenst nur wenig entgegenzusetzen.

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