Inside Africa

Wie Uber Afrika erobert

Saskia Littmann Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Saskia Littmann Redakteurin Unternehmen & Märkte (Frankfurt a. M.)

In Deutschland geschasst, ist der Fahrdienst Uber in Südafrika ein beliebtes und vor allem sicheres Transportmittel, sogar Pakete werden von den Fahrern geliefert. Unumstritten ist der Chauffeur-Service allerdings nicht.

Uber Quelle: AP

App öffnen, GPS-Signal am Smartphone anschmeißen, Abholort einstellen und nur wenige Minuten später geht es los – der Fahrdienst Uber ist in Johannesburg ein sehr beliebtes Transportmittel. Nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei Uber-Fahrern.

Während sich das Unternehmen in Deutschland kaum Freunde gemacht hat - UberPop, die Variante mit privatem Fahrer, wurde gesetzlich verboten, und auch der Nachfolger UberX kommt vor allem in der Taxibranche nicht unbedingt gut an – sind die Voraussetzungen in Südafrika deutlich besser. Obwohl die Proteste gegen den Fahrdienst auch hier immer lauter werden, will das Unternehmen expandieren.

Sowohl in Johannesburg als auch in Kapstadt, Durban und Pretoria bietet das amerikanische Unternehmen seinen Fahrdienst an, seit 2013 ist Uber in Südafrika aktiv. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete der Chauffeur-Dienst rund zwei Millionen Fahrten. Das spricht für das Wachstum des Unternehmens, 2014 wurde rund eine Million mal ein Fahrer per App bestellt.

Kleinbusse sind nicht immer sicher

Für mich als Fahrgast ist das sehr bequem. Denn wer wie ich bisher kein eigenes Auto hat, muss in Johannesburg schon mal genauer recherchieren, wie er von A nach B kommt.

Es gibt zwar Busse, die mittlerweile als sicher gelten. Allerdings fahren die längst nicht in jede Ecke der größten Stadt im südlichen Afrika. Einheimische greifen oft auf die Taxis genannten Minibusse zurück und fahren damit aus den Vororten der Stadt an ihren Arbeitsplatz. Für Touristen und Expats ist das System der Kleinbusse allerdings nur schwer zu verstehen, außerdem gelten sie nicht immer als sicher.

Bleiben noch normale Taxis. Anders als in Deutschland können diese aber nicht auf der Straße angehalten werden, sondern müssen vorab bestellt oder an festen Taxiständen abgepasst werden. Hier ist Uber mit seiner Bestellapp, die mir sofort anzeigt, in wie vielen Minuten mein Auto da ist, eindeutig komfortabler.

Uber-Fahrer haben sichere Arbeitsplätze

Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit. Durch das GPS-basierte System weiß Uber immer, wo ich gerade bin. „Ich kann Sie nicht einfach woanders aussteigen lassen“, erzählt mir ein Uber-Fahrer. Da die App mir anzeigt, welches Kennzeichen mein Fahrer hat, besteht auch keine Gefahr, dass ich in ein falsches Auto einsteige. Sobald ich drin bin, verriegelt der Fahrer, wie in Johannesburg grundsätzlich üblich, die Türen.   

Sicher ist Uber nicht nur für Fahrgäste. „Meine Arbeit ist deutlich sicherer als die eines normalen Taxifahrers“, sagt ein Fahrer. „Wir haben ja kein Bargeld dabei“. Da das Bezahlen per Kreditkarte und App erfolgt, besteht kein Anreiz, den Uber-Fahrer zu überfallen und auszurauben. In einer Stadt wie Johannesburg, in der Kriminalität insbesondere nachts leider weiterhin an der Tagesordnung ist, ein nicht zu unterschätzender Faktor.

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