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Interessenkonflikte Umstrittener Geldregen für Ivanka Trump

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Profit aus Beratertätigkeit?

Auch bei der Handelspolitik dürfte die Präsidententochter nicht mitreden. „Sie ist weiterhin Besitzerin einer Modemarke, die Kleidung aus Asien importiert“, sagt Painter. Sollten die Handelsbedingungen geändert werden, hätte das Auswirkungen aufs Geschäft. Insbesondere wenn die Trump-Regierung – wie geplant – bilaterale Abkommen schließen will, könnte Trump Länder bevorzugen, die Handel mit der Tochter betreiben. „Schlägt Ivanka Trump Profit für ihr Unternehmen aus ihrer Beratertätigkeit, ist das eine Straftat“, mahnt der Jurist. Dann müsste das Justizministerium ermitteln.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Norman Eisen, Ethikberater von US-Präsident Barack Obama, versucht Painter seit Monaten die US-Regierung zu überzeugen, Amt und Geschäft voneinander zu trennen. Doch Donald Trump weigert sich bis heute, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen, und sein Immobilienimperium abzustoßen. Das verwalten nun seine Söhne. „Das reicht nicht aus, um Interessenkonflikte auszuschließen“, sagt Eisen. Es sei nicht vorstellbar, dass der US-Präsident nicht wisse, in welchen Ländern die Familie investiert oder von wem Kredite angenommen werden. „Ein gefährlicher Graubereich“, findet Eisen.

Das Trump-Imperium besteht aus 111 Firmen in 18 Ländern, hat die „Washington Post“ recherchiert. Darunter in Katar, China, Indien und der Türkei. Vielerorts sind die Regierungen Kreditgeber, Kunden oder Geschäftspartner, finanzieren sein Treiben, wie etwa die staatliche Bank of China oder steigen in seinen Hotels ab.

Das neuste Vorzeigehotel der Familie ist das renovierte Old Post Office in Washington, dessen Umbau vor allem Ivanka Trump gemanagt hat. Die Luxusadresse – mit ihren beigen Sofas, den hölzernen Kommoden und pastelligen Bildern – punktet vor allem mit ihrer Nähe zum Weißen Haus. Wenige Minuten zu Fuß sind es zum Regierungssitz. Vor allem aber: Ivanka Trump hält Anteile im Wert von bis zu 25 Millionen US-Dollar an dem Hotel. So könnte das Hotel zu einem beliebten Anlaufpunkt für ausländische Gäste aus der Politik werden, die sich mit einer erholsamen Nacht in den Luxussuiten – bis zu 25.000 US-Dollar die Nacht teuer – auch gleich noch den guten Willen des US-Präsidenten sichern könnten. Schließlich profitiert dessen Tochter von jedem Dollar, der im Hotel umgesetzt wird.

„Das ist mehr als problematisch“, sagt Richard Painter. Auch hier helfe nur, einen klaren Strich zu ziehen, und die Beteiligung abzustoßen. Noch scheint Ivanka Trump auf diese Einnahmen aber nicht verzichten zu wollen – im Gegensatz zu ihrem Beraterhonorar.

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