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Interview mit Igor Baranov „Die Ukraine-Krise kostet Putin 30 Milliarden Dollar“

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Krise gefährdet Marktwirtschaft

Angriff auf die Separatisten-Hochburg
Die ukrainischen Regierungstruppen sind mit Hubschraubern und Militärfahrzeugen gegen prorussische Aktivisten im Osten des Landes in die Offensive gegangen. Truppen der Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums hätten laut Innenministerium bei den Städten Slawjansk und Kramatorsk eine „aktive Phase der Anti-Terror-Operation“ begonnen. Quelle: REUTERS
Mehrere Mitglieder der moskautreuen „Selbstverteidiger“ seien bei Schusswechseln am Stadtrand von Slawjansk verletzt, ein Aktivist sei getötet worden, hieß es seitens der Separatisten. Quelle: REUTERS
Seine Kämpfer hätten zwei ukrainische Militärhubschrauber abgeschossen, sagte Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow. Zwei Piloten kamen dabei ums Leben. Quelle: REUTERS
Auf Fotos in russischen Medien sind brennende Barrikaden aus Autoreifen zu sehen. Quelle: REUTERS
Milizenführer Ponomarjow räumte nach Angaben von Ria Nowosti ein, dass ukrainische Regierungstruppen den örtlichen Fernsehsender erobert hätten. Dennoch haben in der Stadt weiterhin prorussische Kämpfer die Oberhand. Quelle: REUTERS
Innenminister Awakow berichtet von neun übernommenen Kontrollposten. Die Operation laufe wie geplant, sagt er. Awakow rief die Anwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen und von den Fenstern fernzubleiben. Hier schüttelt ein Mann den Soldaten der ukrainischen Armee die Hand. Quelle: Reuters
Slawjansk wird seit Wochen von der „Volksmiliz“ kontrolliert. Die Aktivisten wollen am 11. Mai mit einem Referendum über eine Abspaltung des ostukrainischen Gebiets Donezk von der Ex-Sowjetrepublik entscheiden lassen. Quelle: dpa

Viele Ihrer Absolventen arbeiten mittlerweile in großen russischen Unternehmen. Haben Sie sich mit denen mal über die Lage unterhalten?

Natürlich, das ist ein großes Thema. Nach den Gesprächen ist mir klar geworden, dass sich selbst große russische Unternehmen aktuell mit großen Investitionen zurückhalten. Vor allem mittelgroße Unternehmen frieren ihre Investitionen ein und reagieren so auf das drohende Null-Wachstum. Bisher sind die inländischen Investitionen seit März dieses Jahres um acht Prozent zurückgegangen.

Also würden Sie sagen, dass die schlimmste Folge der Krise das Risiko für die Investoren ist.

So ist es. Nach Angaben der Weltbank ist Russland ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Wir haben ein riesiges Potenzial für ausländisches Kapital! Aber aufgrund der politischen Situation ist das derzeitige Marktrisiko einfach zu groß.

DAX: Ukraine-Krise überschattet Firmenbilanzen

Welche Industrien werden von der Krise am härtesten getroffen?

Den größten Verlust haben aktuell die Einzelhändler in den großen Städten. Sie hängen stark vom Import ab und dieser ist durch die starke Abwertung des Rubels immer teurer geworden. Dazu kommt, dass die Gehälter in unserem Land deutlich langsamer wachsen als in der vergangenen Dekade – da hatten wir jährlich einen Sprung von rund zehn Prozent. Dadurch sinkt die Nachfrage. Zwar gab es diese Effekte schon vor der Ukrainekrise, doch jetzt werden sie noch verstärkt.

Wenn Sie wirtschaftlicher Berater von Wladimir Putin wären – was würden Sie ihm raten?

Das größte Problem ist, dass unsere Wirtschaft nicht effizient ist. Die Arbeitsproduktivität beträgt gerade einmal 40 Prozent von der in den USA. Ich würde Putin empfehlen, unsere Bürokratie und die Korruption weiter abzubauen, um das Klima für die Investoren wieder zu verbessern.

Ausland



Aber diese Pläne gibt es doch schon längst.

Das stimmt, aber die Regierung macht zu wenig. Wichtig ist, dass wir uns darauf konzentrieren, den Import und Export so einfach wie möglich zu gestalten, indem wir etwa die benötigte Zeit für eine Verzollung drastisch reduzieren. Wenn Putin nicht zu seinen Plänen aus den vergangenen Jahren zurückkehrt, werden wir kein wirtschaftliches Wachstum bekommen.

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