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Interview mit Meryl Streep "Weiße Greisinnen spielen für die Wirtschaft keine Rolle"

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Keine Filme für Frauen

Die Premierministerin Margaret Thatcher (Meryl Streep) am Schreibtisch in einer Szene des Film «Die Eiserne Lady». Quelle: dpa

Aber diese Wirtschaft hat Ihnen doch Geld für diesen Film gegeben.
Angesichts der Tatsache, dass wir in diesem Film mehrere Jahrzehnte rekonstruieren, war das Budget winzig. Und wir hätten es auch nicht bekommen, wenn ich mit Regisseurin Phyllida Lloyd nicht vorher ?Mamma Mia!? gedreht hätte.

Was hat ein Abba-Musical mit Margaret Thatcher zu tun?
Gar nichts, außer dass wir damit bewiesen haben, dass wir gemeinsam Geld verdienen konnten. Das ist das einzige Kriterium. Unter solchen Umständen dürfen Frauen in Hollywood überhaupt Projekte realisieren. Weil eine Kathryn Bigelow den Regie-Oscar gewonnen hat und mit ihrem letzten Film einen kleinen Gewinn einfuhr, hat sie jetzt bei ihrem nächsten Projekt freie Hand. Aber es gibt in der Branche immer noch eine Voreingenommenheit gegenüber dem weiblichen Publikum.

Bildergalerie: Ein Oscar-Abend, der sprachlos macht

Ein Oscar-Abend, der sprachlos macht
Der Stummfilm „The Artist“ war das Highlight der diesjährigen Oscar-Nacht: Gleich fünf Trophäen räumte der Film ab, davon eine in der bedeutendsten Kategorie „bester Film“. Quelle: dpa
Jean Dujardin Quelle: rtr
Und auch in einer anderen Top-Kategorie gab es einen Oscar für „The Artist“: Michel Hazanavicius bekam eine Trophäe für die „beste Regie“. Quelle: Reuters
Ludovic Bource gewann einen Oscar für die Filmmusik von „The Artist“. Quelle: Reuters
Auch in der Kategorie „bestes Kostümdesign“ gab es einen Oscar für den französischen Stummfilm. Quelle: dpa
Meryl Streep Quelle: rtr
Der große Konkurrent von „The Artist“ an diesem Abend war Altmeister Martin Scorsese mit seinem 3D-Film „Hugo Cabret“ und 11 Oscar-Nominierungen. Allerdings war der Film nur in den Nebenkategorien erfolgreich. Robert Richardson bekam einen Oscar für die beste Kamera. Quelle: Reuters

Worin besteht die?
Filme werden immer noch in erster Linie für Männer gemacht. Die stellen den Großteil der Filmkritiker, und sie entscheiden auch, welcher Film an seinem Startwochenende angesehen wird. Das Einspielergebnis an diesen ersten Tagen ist für die Studios entscheidend.

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    Aber dafür sind doch die weiblichen Zuschauer genauso wichtig.
    Natürlich freuen sich die Studios, wenn wir Frauen ins Kino gehen. Aber sie machen keine Filme für uns. Wenn wir mit unseren Partnern ins Kino gehen, dann richten wir uns nach ihrem Geschmack. Das habe ich vor ein paar Wochen wieder mal bei meinen drei Töchtern erlebt. Alle wollten sich „Mission Impossible 4“ ansehen. Ich fragte sie: „Ist das wirklich der Film, der euch am meisten interessiert.?“ Und die Antwort: „Nein, aber wir glauben, dass ,Er' ihn mag.“

    Ausland



    Finden Sie nicht, dass Frauen in Hollywood immer mehr Macht besitzen?
    Durchaus. Auch die Filmwelt hat sich weiterentwickelt, im Management sitzen viel mehr Frauen, die über die Finanzierung von Produktionen entscheiden. Ebenso gibt es mehr Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen. Aber der kommerzielle Druck bleibt unverändert, ist vielleicht sogar schlimmer geworden.

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