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Investitionsstandorte Griechenland attraktiver als China

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Singapur und Hongkong führen das Ranking an

Singapur erreicht im Ranking den ersten Platz. Dafür sorgt vor allem die starke Finanzindustrie im Stadtstaat. Quelle: dpa

Auf Platz 1 und 2 landen Singapur und Hongkong, die unter anderem besonders hohe Pro-Kopf-Zuflüsse an Direktinvestitionen vorweisen können. „Die beiden Stadtstaaten haben schon früh versucht, sich als attraktive Standorte für die Finanzindustrie zu positionieren und entsprechende Gesetze erlassen“, sagt Wolf. „In Zukunft wird sich außerdem noch die Nähe zu den Wachstumsmärkten Asiens auszahlen.“

Die Schweiz ist mit Platz 3 das am besten platzierte europäische Land.  Auch dort sind die Pro-Kopf-Zuflüsse an Direktinvestitionen sehr hoch und die starke Finanzindustrie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. „Hinzu kommt die hohe Lebensqualität“, sagt Wolf.

Was Deutschland mit China verbindet
Das kommunistisch regierte China ist mit gut 1,3 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde. Quelle: dapd
Mit einer Fläche von knapp 9,6 Millionen Quadratkilometern ist es etwa 27 Mal so groß wie Deutschland. Quelle: Reuters
Trotz eines Bruttoinlandsprodukts von 5,88 Billionen US-Dollar (2010) und einem Wachstum von 9,2 Prozent im vergangenen Jahr ist besonders die Landbevölkerung von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. Quelle: dpa
2010 exportierten deutsche Unternehmen Waren für 53,6 Milliarden Euro nach China. Im Vergleich zum Jahr zuvor entsprach das einem Plus von 43,9 Prozent. Die Einfuhren lagen 2010 bei 76,5 Milliarden Euro (35,0 Prozent mehr als 2010). Quelle: dpa
Aus der Bundesrepublik werden besonders Maschinen, Anlagen, elektrotechnische Produkte und Autos nach China verkauft. Quelle: dapd
Von dort kommen vor allem Elektrotechnik und Kleidung. Quelle: dpa
Die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen beliefen sich 2010 auf 697 Millionen Euro nach 857 Millionen im Jahr zuvor. Quelle: REUTERS

Deutschland landet im Ranking auf Platz 19. „Wir sind zwar eine Exportnation, aber kein begehrter Investitionsstandort im Vergleich zu den Top-Ländern“, sagt Wolf.  Ein Grund dafür, ist etwa das Arbeitsrecht, das in anderen Ländern wirtschaftsfreundlicher ist. „Bei der Flexibilität im Kündigungsschutz und bei Neueinstellungen sind uns andere Länder voraus“, sagt Wolf. „Das heißt nicht, dass das menschlich erstrebenswert ist. Aber aus Sicht von Investoren ist der Arbeitnehmerschutz in Deutschland sehr streng.“

Deutschland hat relativ schwache Finanzindustrie

Ein weiterer Grund für die vergleichsweise schwächere Platzierung, sind die eher niedrigen Direktinvestitionszuflüsse pro Kopf.  Die vorne platzierten Länder Singapur, Hongkong und die Schweiz zeichnen sich alle durch eine starke Finanzindustrie aus, die in Deutschland geringer ausgeprägt ist. „Die Summen die dort fließen, übersteigen Investitionen  im verarbeitenden Gewerbe exorbitant“, sagt Wolf.

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Letztlich sind die Platzierungen in dem Ranking ein Kompromiss verschiedener Faktoren. So bescheinigte die IBM-Studie „Global Location Trends“ Anfang des Jahres Deutschland noch einen großen Erfolg bei ausländischen Direktinvestitionen. Mit 600 Projekten schufen ausländische Investoren 2011 in der Bundesrepublik demnach 26.000 neue Jobs – ein Plus von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit entwickelte sich Deutschland gegen den weltweiten Trend. Hierbei wurden jedoch keine Länder, sondern Städte verglichen. Dabei war die attraktivste deutsche Stadt für Investoren Düsseldorf: Insgesamt gab es 2011 in der Stadt am Rhein 61 Auslandsinvestitionsprojekte. Weitere deutsche Städte unter den Top 25 waren Berlin (Platz 23) und Frankfurt (Platz 25) mit je 44 Projekten.

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