Iran Letzter Anlauf für eine friedliche Lösung

Der Krieg ist in Sicht nach dem Besuch des israelischen Regierungschefs Netanjahu in Washington – aber eine Verhandlungslösung auch, falls die Iraner einlenken. Viel Zeit bleibt nicht.

US-Präsident Barack Obama im Gespräch mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres. Quelle: dapd

Gibt es noch eine Chance für den Frieden? Wahrscheinlich ja. Catherine Ashton, die Außenpolitik-Beauftragte der EU, hat am Dienstag dem iranischen Chefunterhändler mitgeteilt, die internationale Gemeinschaft wolle „so rasch wie möglich“ mit Teheran über das Atomprogramm verhandeln.

Die iranische Regierung hatte zuvor betont, sie wolle die mehrmals zusammengebrochenen Gespräche mit den sechs Mächten USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China wiederaufnehmen.

Und die Märkte wissen nicht so Recht, was sie glauben sollen. Die neuen Nachrichten drückten den Ölpreis der Sorte Brent von 125 auf 124 Dollar das Fass. 110 Dollar waren es zu Jahresanfang gewesen, als es rund um den Iran noch halbwegs friedlich aussah.

Nun haben die Iraner oft genug bewiesen, dass sie solche Gesprächsangebote für nichts anderes nutzen als den Zeitgewinn.

Obama will friedliche Lösung

Und Frau Ashton ist wahrlich keine Schlüsselfigur in der großen Krise, ganz abgesehen davon, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sich von den Verhandlungsversuchen der Sechsergruppe nicht beeindrucken lässt.

Wohl aber wahrscheinlich von seinem ungeliebten Verbündeten im Weißen Haus. Barack Obama will aus vielen Gründen nicht, dass Israel die iranischen Atomanlagen unter Beschuss nimmt.

Unter anderem wegen der unmittelbaren Folgen für die Weltwirtschaft: Israelische Bomben auf die unheimlichen Nuklearrüstungsstätten in Natanz, Fordo und Parchin mögen die iranische Atomrüstung für ein paar Jahre zurückwerfen.

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