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Iran Letzter Anlauf für eine friedliche Lösung

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Wirtschaftliche Konsequenzen

Israels Ministerpräsident Netanjahu Quelle: dpa

Sie würden aber auch mit hoher Wahrscheinlichkeit den Erdölexport aus dem Iran und seinen reichen arabischen Nachbarstaaten unterbrechen. Für den Fall einer auch nur kurzzeitigen Sperrung der Wasserstraße von Hormuz rechnen die Analysten von Goldman Sachs mit einer Ölpreissteigerung auf etwa 230 Dollar für das Barrel.

Mit entsprechenden Folgen für die Konjunktur in den Industriestaaten und die Wiederwahlchancen des amerikanischen Präsidenten. Für den mag – ganz zynisch gerechnet – eine Verdoppelung des Preises für die Gallone an den Tankstellen der Nation unangenehmer sein als die Zweifel jüdischer Wähler an seiner Treue zum Staat Israel.

Bei aller rhetorischen Schärfe, mit der Netanjahu jetzt in Washington öffentlich aufgetreten ist: Der israelische Ministerpräsident hat den USA Zeit für einen letzten Versuch der Friedensrettung eingeräumt: „Wir haben darauf gewartet, dass Diplomatie funktioniert, wir haben darauf gewartet, dass Sanktionen funktionieren. Keiner von uns kann sich leisten, viel länger zu warten.“

Ultimatum an Amerika

Übersetzt aus der Säbelrassel-Rhetorik heißt das: Israel wird erst einmal den Iran nicht angreifen, aber lässt sich von Obama auch keinen Zeitplan auferlegen. Im Grunde ein Ultimatum an Amerika und seine Verbündeten in Europa: Sie sollen in wenigen Monaten den diplomatischen Durchbruch schaffen, an den Netanjahu selber nicht glaubt.

Die Deadline ist der kommende Herbst: Danach, so heißt es, würden die iranischen Rüstungsprogramme soweit fortgeschritten sein, dass Bombenangriffe ihnen nichts mehr anhaben könnten.

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Und außerdem sind natürlich Anfang November die Wahlen in den USA: Danach sinkt der israelische Einfluss in Washington mindestens so sehr, wie die iranische Unverwundbarkeit steigt. 

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