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Irrationale Wirtschaftspolitik Unternehmen sollten auf Distanz zu Trump gehen

Unternehmen sollten vorsichtig beim Buhlen um US-Präsident Trump sein. Auch Günstlinge können schnell verbrannt werden. Ein Kommentar.

New YorkDie Nähe zu US-Präsident Donald Trump ist gefährlich. Das haben in der jüngsten Zeit nicht nur der Außenminister Rex Tillerson und der Wirtschaftsberater Gary Cohn zu spüren bekommen. Das ist auch dem Broadcom-Chef Hock Tan widerfahren.

Noch im November hatte Trump den Manager hofiert, weil der Asiate den Unternehmenssitz von Broadcom in die USA verlagern wollte. Ein „großartiger, großartiger Manager“ sei er, lobte Trump, während er ihm väterlich den Arm über die Schultern legte. Diese Woche blockierte er ihm den Kauf von Qualcomm wegen Bedenken der Nationalen Sicherheit. Es wäre die größte Technologie-Übernahme aller Zeiten gewesen.

So erratisch wie er mit seinem Mitarbeiterstab umgeht, so erratisch agiert er auch gegenüber den Unternehmen. Egal wie sehr die vorher um seine Gunst gebuhlt haben. Sie sind gut beraten, möglichst niedrig unter dem Trump-Radar zu fliegen, um nicht aufzufallen. Das gilt auch für deutsche Unternehmen in den USA.

Mercedes und BMW hat Trump erst jüngst wieder mit Strafzöllen gedroht. Als Unternehmen ist man da sicher versucht, gegenzuhalten und herauszustellen, dass die deutschen Premium-Marken in den USA riesige Werke betreiben, dass sie weniger in die USA importieren als die amerikanischen Autokonzerne. Doch das könnte alles noch schlimmer machen, einen Twittersturm des Präsidenten heraufbeschwören. Die beste Devise ist bei diesem Präsidenten: Ball flachhalten und lieber im Hintergrund Aufklärungsarbeit leisten.

Argumente bringen einen selten weiter. Das hat auch sein Beraterstab aus Unternehmenschefs gemerkt, der in den ersten Monaten seiner Amtszeit noch existierte. Offiziell hat sich das Gremium aufgelöst, weil sich der Präsident nicht ausreichend von den Demonstrationen und dem Mord weißer Rassisten in bei Demonstrationen in Charlottesville im August distanziert hat.

Tatsächlich war zu dem Zeitpunkt den meisten Vorstandsvorsitzenden bereits klar, dass sie ohnehin nicht gehört werden. Nur um für Erinnerungsfotos mit dem Präsidenten zu posen, war ihnen ihre Zeit zu schade. Die Gelegenheit war damals günstig, das Gremium de facto aufzulösen.

Die Unternehmen sollten es auch nicht persönlich nehmen: Trump muss seine Wähler bedienen. Er hatte schließlich schon im Wahlkampf gegen China gewettert und Arbeitsplätze in den USA versprochen. Ausländische Unternehmen als Punching Ball für ein paar leichte Punkte kommen ihm da gelegen. Denen bleibt nichts anderes übrig, als die Schläge zu erdulden. Dafür können sie sich über die Steuererleichterungen freuen, die auch den ausländischen Firmen zugute kommen.

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