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„Islamischer Staat“ USA setzen Millionen-Kopfgeld auf IS-Führer aus

Insgesamt 20 Millionen US-Dollar setzen die USA auf vier ranghohe Mitglieder des IS aus. Das Ziel: Informationen, die zu ihren Tod führen. Ob jedoch der Tod einzelner Mitglieder den IS nachhaltig schadet, ist fraglich.

US-Luftschläge auf Kobani. Quelle: dpa

Die USA haben ein Kopfgeld von insgesamt 20 Millionen Dollar auf vier mutmaßliche ranghohe Mitglieder des „Islamischen Staats“ (IS) ausgesetzt. Für Informationen, die zur Festnahme oder zum Tod der IS-Köpfe führen, zahlt das State Department in Washington umgerechnet 17,9 Millionen Euro.

Das Programm heißt „Rewards for Justice“ (Belohnungen für Gerechtigkeit). Das Kalkül der USA: Frustrierte IS-Mitglieder, die aussteigen wollen, könnten sich für ihre Zukunft finanziell absichern, indem sie ihre Führer verraten.

Diese IS-Führer sucht die USA

Die USA hoffen auf Informationen über die genauen Aufenthaltsorte der Gesuchten, um sie mit Drohnen aus der Luft zu töten. So wurde 2012 etwa der al-Qaida-Vize Jahja al-Libi bei einem US-Drohnenangriff auf ein Haus, in dem er Verletzungen auskurierte, getötet.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar auf den selbsternannten Kalifen des IS Abu Bakr al-Baghdadi ausgesetzt.    

„Ein Verlust al-Baghdadis oder anderer IS-Führungskader würde den IS sicherlich kurzfristig verunsichern und ihm schaden“, erfuhr die WirtschaftsWoche damals aus Kreisen von Sicherheitsbehörden. „Andererseits hatte die Organisation jahrelang Zeit sich auf dessen Verlust vorzubereiten und al-Baghdadi wäre auch nicht der erste Führer des IS, der ausgeschaltet würde.“

Die Führer des IS

So wurde etwa der Gründer des IS, Abu Musab az-Zarqawi, 2006 durch einen US-Luftschlag auf sein Versteck getötet. Auf ihn war damals ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt gewesen.

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Auch sein Nachfolger Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi, ein ehemaliger irakischer Armeeoffizier, ist vermutlich 2010 getötet worden. An seiner Ausbreitung konnten die Tode der Anführer den IS jedoch nicht hindern.

Seit 1984 hat das State Department nach eigener Aussage 125 Millionen Dollar investiert, um Informationen über Terroristen oder mögliche Terror-Anschläge von mehr als 80 Informanten zu erhalten.

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