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Islamisten geben nicht auf Oberhaupt der Muslimbruderschaft verhaftet

Als die Polizei seine Wohnung stürmt, leistet der oberste Muslimbruder keinen Widerstand. Sein Blick drückt mühsam unterdrückten Zorn aus. Leise murmelnd bittet er Gott um Beistand.

huGO-BildID: 32469543 epa03831150 (FILE) A file photo dated 30 November 2010 shows Egypt's Muslim Brotherhood head Mohammed Badie during a press conference in Cairo, Egypt. According to media reports on early 20 August 2013 Mohammed Badie was detained in Cairo. EPA/KHALED EL FIQI *** Local Caption *** 50912496 +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die neuen ägyptischen Machthaber haben zu einem weiteren Schlag gegen die Islamisten ausgeholt. Polizisten verhafteten das Oberhaupt der Muslimbruderschaft, Mohammed Badia, am Montag in seiner Wohnung. Die Islamisten-Bewegung will ihren Kampf trotzdem fortsetzen: Ein Sprecher der Bewegung erklärte am Dienstag, Badia sei letztlich auch nur eines von vielen Mitgliedern der Bruderschaft, die tief in der ägyptischen Gesellschaft verankert sei. Die Kampagne der Bewegung gegen den „Militärputsch“ werde weitergehen, sagte Ahmed Aref.

Badia wurde am Montag in der Nähe des von der Polizei geräumten Protestlagers der Islamisten an der Rabea-al-Adawija-Moschee im Kairoer Stadtteil Nasr-City verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, er habe zur Gewalt aufgerufen. Seit der Räumung der Protestlager in Kairo am vergangenen Mittwoch sind bereits mehrere Dutzend Führungskader der Muslimbruderschaft verhaftet worden. Gleichzeitig wurden Hunderte Anhänger der Bewegung festgenommen, die für die Rückkehr von Präsident Mohammed Mursi demonstriert hatten.

Mehrere westliche Regierungen hatten die neue ägyptische Führung scharf kritisiert, nachdem Anschläge, Polizeigewalt und Straßenkämpfe in den vergangenen Tagen mehr als 800 Tote gefordert hatten. Sie mahnen eine Versöhnung der Übergangsregierung mit den vom Militär entmachteten Muslimbrüdern an. Deutschland und einige andere europäische Staaten strichen Hilfsprojekte, um den Druck zu erhöhen.

Die USA sollen zudem Medienberichten zufolge bereits einen Teil ihrer milliardenschweren Militärhilfe für Ägypten vorübergehend auf Eis gelegt haben. Die Regierung von Präsident Barack Obama wolle einige der Mittel „umprogrammieren“, meldete der Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf das Büro des demokratischen Senators Patrick Leahy.

Der ägyptische Militärchef Abdelfattah al-Sisi verlässt sich derweil auf Saudi-Arabien: Die Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ meldete am Dienstag, Al-Sisi habe in einem Telefon mit dem saudischen Kronprinzen und Verteidigungsminister, Prinz Salman bin Abdelasis Al-Saud, seinen Dank für die Unterstützung des Königreichs ausgedrückt.

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