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Islamisten-Miliz „Al-Shabaab“ 230 Tote bei Anschlag in Somalia

Es war der bislang schwerste Bombenanschlag in Somalia: Bei einer Explosion in Mogadischu, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates, sind 230 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen.

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Die Zahl der Opfer ist nach dem Selbstmordanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu auf 276 gestiegen. Quelle: dpa

Mogadischu Die Zahl der Todesopfer des schwersten Anschlags der jüngeren Geschichte in Somalia ist auf mindestens 231 gestiegen. Das bestätigten Polizeikreise sowie Vertreter mehrerer Krankenhäuser in Somalia am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, wie aus Kreisen der Polizei und Krankenhäusern weiter verlautete. Ärzte bemühten sich um die Versorgung der Verletzten, von denen viele schwerste Brandwunden hatten. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Anschlagsopfer noch steigen könnte.

Die somalische Regierung machte die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz für die Tat vom Samstag verantwortlich, die sie als „nationale Katastrophe“ bezeichnete. „Sie haben die belebteste Gegend in Mogadischu ins Visier genommen und nur Zivilisten getötet“, sagte Ministerpräsident Hassan Ali Khaire. Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Krankenhäuser baten die Bevölkerung dringend um Blutspenden. Wie Tausende weitere Menschen folgte auch der Präsident dem Aufruf. „In unserer zehnjährigen Erfahrung als Ersthelfer in #Mogadischu haben wir so etwas noch nie gesehen“, twitterte der Ambulanzdienst Aamin. Der Direktor des Medina-Krankenhauses sagte, seine Klinik sei von Toten und Verletzten überwältigt. Viele Menschen hätten Gliedmaßen verloren. „Das ist wirklich entsetzlich, anders als alles in der Vergangenheit“, sagte Direktor Mohamed Yusuf weiter.

Ziel des Anschlags vom Samstag war offenbar ein Hotel an einer belebten Straße im Bezirk Hodan. Das Safari Hotel wurde bei der gewaltigen Explosion größtenteils zerstört. Es befindet sich nahe dem somalischen Außenministerium. Durch die Explosion wurden Fenster nahegelegener Gebäude zerstört. Umgekippte Autos lagen brennend in der Straße. In der Nacht suchten Rettungskräfte im Schein von Taschenlampen in den Trümmern des Hotels nach möglichen Verschütteten.

Die in Somalia operierende Extremistengruppe Al-Shabaab verübt in Mogadischu häufig Bombenanschläge. Das US-Militär hat in diesem Jahr Drohnenangriffe gegen die Al-Shabaab verstärkt. Die USA erklärten in einer Reaktion auf den Anschlag, solch „feige Angriffe“ bestärkten Washington in seiner Unterstützung von Somalia und der Afrikanischen Union, „um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen“.

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