Istanbul Erdogan lässt Gezi-Park abriegeln

Zum Jahrestag der Proteste in der Türkei hat die Polizei am Samstag den Gezi-Park abgeriegelt. Auf dem angrenzenden Taksim-Platz sollen Polizeikräfte und Wasserwerfer bereitstehen, um Proteste zu verhindern.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Aufruf zu Demonstrationen. Ein Jahr nach den Gezi-Protesten wollten die Demonstranten der Türkei „neue Tote, neue Schmerzen“ zufügen, sagte Erdogan. Quelle: REUTERS

Zum Jahrestag des Beginns der landesweiten Proteste in der Türkei hat die Polizei in Istanbul am Samstag den Gezi-Park abgeriegelt. Auf dem angrenzenden Taksim-Platz und der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi standen starke Polizeikräfte und Wasserwerfer bereit, um Proteste zu verhindern, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Regierungsgegner haben für Samstagabend zur Demonstration auf dem Taksim-Platz aufgerufen. Medienberichten zufolge sollen bis zu 25 000 Polizisten und 50 Wasserwerfer verhindern, dass Demonstranten auf den symbolträchtigen Platz im Herzen der Metropole vordringen. In Istanbul und in anderen Städten werden Zusammenstöße befürchtet.

Die Nachrichtenagentur Dogan meldete, am Nachmittag werde der Fährverkehr über den Bosporus von der asiatischen auf die europäische Seite Istanbuls ausgesetzt. Auf der europäischen Seite der Metropole liegt der Taksim-Platz.

In der Umgebung des Platzes wurden auch Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge in Stellung gebracht. Zuletzt hatten Randalierer Sicherheitskräfte bei Protesten in Istanbul auch mit Molotow-Cocktails angegriffen.

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Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Aufruf zu Demonstrationen. Ein Jahr nach den Gezi-Protesten wollten die Demonstranten der Türkei „neue Tote, neue Schmerzen“ zufügen, sagte Erdogan am Freitagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Demonstrationen im Gezi-Park waren am 31. Mai vergangenen Jahres in landesweite Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung umgeschlagen. Sie kosteten mindestens sieben Menschen das Leben. Die Massendemonstrationen ebbten im Spätsommer ab. Immer wieder flammen aber seitdem Proteste auf, die die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas zerschlägt.

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