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Italien Hat Giuseppe Conte seinen Lebenslauf geschönt?

Die Entscheidung über einen Regierungsauftrag für Giuseppe Conte verzögert sich. Grund könnten Zweifel an seinem Lebenslauf sein.

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Italien: Hat Giuseppe Conte seinen Lebenslauf geschönt? Quelle: AP

Rom Die Ernennung einer neuen italienischen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega lässt weiter auf sich warten. Vor allem der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, sorgte mit Unklarheiten in seinem Lebenslauf für Aufregung.

Conte ist ein Akademiker, Dozent für Zivilrecht an der Universität Florenz, mit einem Lehrauftrag an der römischen Wirtschaftsuni Luiss und Inhaber einer großen Anwaltskanzlei in Rom. Allerdings hatte der Rechtswissenschaftler in seinem Curriculum unter anderem angegeben, an der New York University tätig gewesen zu sein.

Nun erläuterte eine Sprecherin der Hochschule, man habe alle Aufzeichnungen durchgesehen: Conte sei an der NYU weder Student noch Mitglied einer Fakultät gewesen. Er habe auch keinen offiziellen Status gehabt.

Conte habe lediglich zwischen 2008 und 2014 die Erlaubnis gehabt, in der Bibliothek der Rechtswissenschaften zu forschen. Außerdem habe er einen Jura-Professor der NYU in den Vorstand eines italienischen Rechtsmagazins eingeladen.

Conte hatte 2013 in einem Lebenslauf für das italienische Parlament angegeben, er habe von 2008 bis 2014 seine Studien an der Universität „perfektioniert und auf den neuesten Stand gebracht“. In dem zwölfseitigen Dokument nennt Conte auch andere illustre Universitäten, an denen er gewesen sei, unter anderem das Girton College der Universität Cambridge und die Pariser Sorbonne.

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, die Conte zusammen mit der rechten Lega als Ministerpräsident vorgeschlagen hat, wies den Vorwurf zurück, Conte habe zu dick aufgetragen. Der 53-Jährige habe nirgendwo geschrieben, im Ausland Universitätsabschlüsse gemacht zu haben, erklärte sie. Conte habe sich dort lediglich aufgehalten, um zu „studieren, seine Kenntnisse zu erweitern und sein Juristen-Englisch zu perfektionieren“.

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Dennoch gibt es in Italien nun eine hitzige Debatte, ob der 53-Jährige der richtige Kandidat und sein Lebenslauf geschönt ist. Auch wurde spekuliert, dass sich Sterne-Chef Luigi Di Maio wieder ins Rennen um das Amt des Regierungschefs werfen könnte. Der jedoch wies das zurück: „Unser Name bleibt Conte“, sagte Di Maio nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. Auch Lega-Chef Matteo Salvini erklärte, Conte sei der Kandidat der Koalition.

Auf jeden Fall könnte sich die Entscheidung über einen Regierungsauftrag für Conte in die Länge ziehen. Der Präsidentenpalast machte keine Angaben, wann Staatschef Sergio Mattarella eine neue Regierung ernennen wird.

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