WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

IWF-Hilfen Griechenland droht Pleite im September

Der IWF ist skeptisch gegenüber neuen Hilfen für Griechenland. Nach Medieninformationen signalisierte der Währungsfonds gegenüber EU-Spitzen ein Ende der Finanzhilfen. Der Euro-Austritt des Landes rückt damit näher.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
IWF-Zentrale in Washington DC. Quelle: AFP

Berlin/Athen/Düsseldorf Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nach „Spiegel“-Informationen nicht an weiteren Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland beteiligen. Das hätten hochrangige Vertreter der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, schreibt das Blatt am Sonntag vorab. Derzeit untersucht die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Das Land hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Aus Athener Kreisen hieß es zuletzt, dass die „Troika“ am 26. Juli wieder nach Griechenland zurückkehren soll. Die Sparkontrolleure von EU, IWF und EZB waren am 9. Juli unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister nach Aussagen von Samaras mit der Bilanz abgereist, dass Griechenland abermals die Ziele des Sparpaktes verfehlt habe und bei den Reformen Gas geben müsse.

Die griechische Koalitionsregierung war im Juni mit dem festen Ziel angetreten, die Fristen der für die Milliardenhilfen auferlegten Sparauflagen neu zu verhandeln. Ziel ist es, die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen über 11,5 Milliarden in den Jahren 2013 und 2014 auf die Jahre 2015 und 2016 zu verteilen.

Die griechische Gesellschaft könne keine weiteren, zusätzlichen Sparmaßnahmen schultern, argumentiert die Regierung. Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Schätzungen auch dieses Jahr um fast sieben Prozent schrumpfen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erhält das Land mehr Zeit, seine Ziele zu erfüllen, würde das laut „Spiegel“ nach Schätzungen der „Troika“ zusätzliche Hilfen zwischen 10 und 50 Milliarden Euro erfordern. Viele Regierungen der Euro-Zone sind jedoch nicht mehr bereit, neue Griechenland-Lasten zu schultern. Zudem hätten Länder wie die Niederlande und Finnland ihre Hilfen daran gekoppelt, dass sich der IWF beteiligt.

    Austritt Griechenlands nach ESM-Start?

    Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wird dem Bericht zufolge in den Ländern der Euro-Zone für beherrschbar gehalten. Um die Auswirkungen des Schritts gering zu halten, würden die EU-Regierungen jedoch vor einem solchen Schritt mindestens den Start des neuen Rettungsschirms ESM abwarten. Dieser kann derzeit jedoch wegen verfassungsrechtlicher Bedenken in Deutschland nicht in Kraft treten. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird für den 12. September erwartet.

    Im August könnte die EZB Griechenland kurzfristig aus der Patsche helfen. Statt wie vereinbart 3,8 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzuzahlen könnte Griechenland kurzfristige Staatsanleihen herausgeben, die das Land an die eigenen Banken verkauft. Diese wiederum könnten diese sogenannten T-Bills als Sicherheit bei der EZB als Sicherheit für neue Nothilfen hinterlegen.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%