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Jahrestagung von IWF und Weltbank Deutsche Banker drängen zur Sorgfalt

Die internationale Finanzwelt will die gemeinsame europäische Aufsicht und Abwicklung möglichst schnell einführen. Deutsche Banker sind zurückhaltend.

Die internationalen Geldgeber verstärken ihren Druck auf das krisengeschüttelte Griechenland.

Die Vertreter europäischer Banken und Aufsichtsbehörden können bei der diesjährigen Tagung von IWF und Weltbank in ihren Gesprächen mit den internationalen Kollegen erstmals seit langem wieder einigermaßen entspannt sein. Ging es vor zwei Jahren noch um den angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Euro, so stehen dieses Mal andere Themen oben auf der Agenda. Die Lage der Schwellenländer und der vor Ort unmittelbar spürbare US-Haushaltsstreit beschäftigen die Gemüter deutlich mehr.  Dass letzterer allerdings tatsächlich zum Zahlungsausfall der USA führt, erwartete auch am Sonntagmittag eigentlich niemand. Vor dem Weißen Haus hat sich nur ein kleines Grüppchen von Demonstranten eingefunden, Banker geben sich entspannt und vertrauen auf die Einsichtsfähigkeit der US-Politiker.

Dabei gibt es durchaus drängende Fragen zur Zukunft Europas. Es sind derzeit vor allem die Details der geplanten europäischen Bankenunion, die international interessieren. Der IWF drängt auf eine rasche Einführung von gemeinsamer Aufsicht, gemeinsamem Abwicklungsmechanismus und wenn möglich auch gemeinsamer Einlagensicherung. Mehr Einheitlichkeit in Europa will sich eigentlich niemand verschließen, aber gerade die deutschen Branchenvertreter warnen vor Hast und Übereifer. „Wir sind für gemeinsame Standards“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon schon am Samstag. „Wir sind aber strikt dagegen, wenn unter Bankenunion der ständige Griff in die Taschen anderer verstanden wird.“

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Noch sind die Details des Verfahrens nicht bekannt, auch ein Gespräch der Bundesbank mit den Abgesandten der deutschen Institute brachte hier noch keine Klarheit. Die mit der gemeinsamen Aufsicht betraute EZB, so die allgemeine Erwartung, wird Anfang kommender Woche bekannt geben, welche Banken sie künftig kontrollieren wird und wie sie zuvor ihre Bilanzen bewerten will. „Der Prozess muss absolut glaubwürdig sein, die ganze Wlet darf sich nicht fragen, was die bloß machen“, sagte Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, der zugleich Präsident des Bankenverbandes ist. Die Überprüfung der Bilanzen müsse wohl wie geplant vor November 2014 zum Abschluss kommen, „das darf aber nicht zu Lasten der Qualität gehen“, so Fitschen. Große Angst vor den Ergebnissen hat Fitschen nicht. Es gebe keinen Anlass zur Vermutung, dass bei der Bewertung der Bankpositionen große Abweichungen von der Norm entstanden seien. Die Überprüfung sei eine Gelegenheit, das Vertrauen in eine stabilisierte Bankenwelt zu stärken.

 

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