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Jan Wörner Esa-Chef will stärkere internationale Zusammenarbeit im All

Der Chef der Europäischen Raumfahrtagentur will mehr Zusammenarbeit im All. Dies könnte sich für alle Seiten lohnen, nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht.

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Der 64-jährige ist seit 2015 Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Quelle: Reuters

Darmstadt Der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Jan Wörner, plädiert für eine stärkere internationale Zusammenarbeit im All. „Geopolitisch kann die Raumfahrt eine Vorbildfunktion einnehmen“, sagte Wörner in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Landung der chinesischen Sonde „Chang'e 4“ auf der Rückseite des Mondes habe eindrucksvoll belegt, wie ambitioniert das chinesische Raumfahrtprogramm sei. Eine stärkere Zusammenarbeit könne für alle Seiten lohnenswert sein.

Dass Kooperation im All funktioniere, habe etwa die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS gezeigt, an der verschiedene Raumfahrtagenturen beteiligt sind, sagte der Esa-Chef. Daher sei er auch für eine stärkere Zusammenarbeit mit China.

„Ich bin sicher, dass die Chinesen ihre neuen Erkenntnisse mit anderen Ländern teilen werden“, fügte Wörner hinzu. Schon heute kooperiere die Esa in der Raumfahrt mit China. Als Beispiel nannte er etwa die Zusammenarbeit der Esa mit dem asiatischen Land bei der Raumsonde „Chang'e-5“. Diese soll noch in diesem Jahr Gesteinsproben vom Mond auf die Erde bringen.

„Verschiedene Nationen können verschiedene Beiträge für ein gemeinsames Ziel leisten“, sagte der Esa-Generaldirektor weiter. Große Herausforderungen könnten mitnichten durch Isolation gemeistert werden. Anders als zu Zeiten des Ost-West-Konflikts habe man erkannt, dass Raumfahrt die Chance für internationale Kooperation biete.

Dass der Mond wieder stärker in den Fokus rücke, sei ein positives Zeichen, fügte Wörner hinzu. Auf dem Erdtrabanten könnten die Menschen beispielsweise Bedingungen für künftige Raumfahrtmissionen erforschen. So ließen sich auf dem Mond neue Technologien entwickeln, die bei einer Marsmission zum Einsatz kommen könnten.

Das zeige auch die jüngste Mission der Chinesen. So hat „Chang'e 4“ beispielsweise Saatgut geladen. Damit wollen die Forscher prüfen, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist. Dies, so Wörner, sei ein Beispiel dafür, wie sich auf dem Mond Erkenntnisse für künftige Missionen gewinnen lasse.

Erstmals war am Donnerstag eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Die chinesische „Chang'e 4“ setzte um 3.26 Uhr am Aitken-Krater in der Nähe vom Südpol des Erdtrabanten auf.

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