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Jeb Bush gibt auf „Präsidentschaft größer als jeder Kandidat“

Der glücklose Bewerber Jeb Bush wirft im republikanischen Rennen um die US-Präsidentschaft das Handtuch - und beendet seinen Wahlkampf mit sofortiger Wirkung.

Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
Donald Trump Quelle: REUTERS
Jeb Bush Quelle: AP
Ben Carson Quelle: AP
Mike Huckabee Quelle: REUTERS
Marco Rubio Quelle: AP
Ted Cruz Quelle: REUTERS
Rand Paul Quelle: AP

Nach seinem Erfolg in New Hampshire hat Präsidentschaftsbewerber Donald Trump auch die republikanische Vorwahl in South Carolina gewonnen. Hillary Clinton gelang bei den Demokraten weiter westlich in Nevada am Samstag ebenfalls ihr zweiter Vorwahlsieg. Jeb Bush, einst als Favorit auf die Kandidatur der Republikaner gehandelt, gab nach einem erneut enttäuschenden Abschneiden seinen Rückzug aus dem US-Präsidentschaftsrennen bekannt.

Die Siege bringen Clinton und Trump in eine starke Position, ehe am 1. März der sogenannte Super Tuesday ansteht. Dann werden in mehreren Staaten insgesamt Hunderte weitere Delegiertenstimmen vergeben. Trump sagte auf seiner Wahlparty in der Stadt Spartanburg, es sei nicht einfach, sich dem Rennen um die US-Präsidentschaft zu stellen. „Es ist hart, es ist böse, es ist gemein, es ist grausam.

Hillary Clinton

Es ist schön - wenn du gewinnst, ist es schön“, sagte der 69-Jährige. Er lag mit rund 32,5 Prozent der Stimmen vorne, während sich Marco Rubio und Ted Cruz mit jeweils etwas mehr als 22 Prozent ein enges Rennen um den zweiten Platz lieferten. Rubio lag nach nicht offiziellen Resultaten am Ende knapp vorn. Bush kam abgeschlagen mit weniger als acht Prozent auf Rang vier. Clinton erzielte in Nevada rund fünf Prozentpunkte mehr Stimmen als ihr Rivale Bernie Sanders. Der Erfolg mindert zuletzt gestiegene Sorgen ihrer Anhänger, Sanders könne immer stärker werden. Der Senator von Vermont hat sich im Wahlkampf von einem Außenseiter zu einer ernsthaften Bedrohung für die demokratische Topfavoritin entwickelt.

Trumps starkes Abschneiden in South Carolina markiert seinen zweiten Sieg in Folge, nachdem er vor zwei Wochen bereits die Primaries in New Hampshire gewonnen hatte. Cruz hatte zuvor beim Auftakt in Iowa gesiegt. Kein Republikaner hat in der jüngeren Vergangenheit sowohl New Hampshire als auch South Carolina gewonnen, ohne am Ende nicht auch zum Nominierten der Partei gekürt zu werden.

Das Duell der Dynastien
Eine schrecklich mächtige Familie: Der versammelte Bush-Clan beim 90. Geburtstag des ehemaligen US-Präsidenten George H.W. Bush (Mitte). Bush Senior war von 1989 bis 1993 der 41. Präsident der USA. Er ist nicht der einzige US-Präsident a. D. auf dem Bild... Quelle: AP
Der Knurrer aus Texas: Der damalige US-Präsident George W. Bush 2006 in Washington. Die Amtszeit von George W. zwischen 2001 bis 2009 als 43. Präsident der Vereinigten Staaten wird in den USA kritisch gesehen. Der Irakkrieg wird sein größter Fehler bleiben. In letzter Zeit ist er eher durch impressionistische Malerei aufgefallen. Bald könnte er jedoch zum Königsmacher werden... Quelle: AP
Der ehemalige US-Gouverneur Jeb Bush auf Stippvisite in Berlin: Nach Ansicht von Experten könnte der Bruder des 43. US-Präsidenten (George W. Bush) und Sohn des 41. US-Präsidenten (George H. W. Bush) bald seine Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner bekanntgegeben. Damit würde er ein Duell der Dynastien bei der Wahl zum 45. US-Präsidenten befeuern... Quelle: AP
Jeb Bush würde dann womöglich gegen Hillary Rodham Clinton antreten, die für die Demokraten bereits auf Stimmenfang. Die ehemalige First Lady hat sich bereits als Außenministerin ihre politischen Tantiemen verdient. Als Nachfolgerin Obamas würde sie eine weitere US-Polit-Dynastie aus der Taufe heben: Möglicherweise wiederholt sich bald die Geschichte. In den USA könnte es zu einem weiteren Duell der Dynastien Bush und Clinton kommen. Zuletzt setzten sich die Clintons durch. Quelle: AP
Der US-Präsident a. D. und bald First Husband? Dann heißt es Clinton-Clan gegen Bush-Dynastie. Die Präsidentschaftswahl am 3. November 1992 entschied Bill Clinton mit 43 Prozent für sich. Der amtierende Präsidenten George H. W. Bush konnte lediglich 38 Prozent der Stimmen ergattern. Clinton-Clan gegen Bush-Dynastie Quelle: AP
Die Kennedy-Brüder John Fitzgerald Kennedy (JFK), Robert Kennedy und Edward Kennedy (v.l.) 1963: Der Kennedy-Clan ist ein ganz besonderes Beispiel für eine US-Polit-Dynastie. Eine Vielzahl von ungewöhnlichen Schicksalsschlägen traf die Familie und ihren Umkreis. Edward starb als einziger der Brüder eines natürlichen Todes. JFK kam indes unter mysteriösen Umständen um... Quelle: AP
Am 22. November 1963 wurde JFK auf einer Wahlkampfreise gegen 12:30 Uhr an der Dealey Plaza in Dallas, Texas mit mehreren Gewehrschüssen während einer Fahrt im offenen Wagen ermordet. Knapp eineinhalb Stunden nach dem Attentat wurde ein Verdächtiger namens Lee Harvey Oswald verhaftet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. Er wurde in Polizeigewahrsam erschossen. Quelle: REUTERS

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg: 1237 Delegiertenstimmen muss ein Republikaner hinter sich vereinen, um nominiert zu werden. Trump liegt nun bei mindestens 61, während Cruz auf elf und Rubio auf zehn kommen. Während Cruz darauf hinwies, dass er der einzige sei, der Trump bislang bei einer Vorwahl geschlagen habe, erklärte Rubio die republikanischen Vorwahlen nach dem Rückzug von Bush zum Dreikampf. Der glücklose Bruder und Sohn früherer US-Präsidenten hatte einiges daran gesetzt, in South Carolina ein Zeichen zu setzen. Das misslang gründlich. Sichtlich berührt erklärte Bush so noch am Abend das Ende seines Wahlkampfes.

"Ich bin stolz auf die Kampagne, die wir geführt haben, um unser Land zu vereinigen und für konservative Lösungen einzustehen“, sagte er in der Stadt Columbia. „Die Präsidentschaft ist größer als jede Person. Sie ist sicherlich größer als jeder Kandidat.“ Er glaube, dass das amerikanische Volk jemanden zum nächsten Präsidenten wählen sollte, der das Amt als Diener, nicht als Meister verstehe.

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Bei den Demokraten hat Clinton trotz der relativ knappen Vorwahlen dank der sogenannten Superdelegierten einen deutlichen Vorsprung. Das sind jene ranghohen Demokraten, die beim Nominierungsparteitag im Juli ihre Stimmen für einen der Bewerber unabhängig vom Ergebnis der Vorwahlen abgeben können. Insgesamt kommt die frühere US-Außenministerin so auf 503, Sanders auf 70 Delegierte. 2382 benötigen sie, um die Nominierung zu gewinnen.

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