Kampf gegen IS Irak will USA um milliardenschwere Rüstungshilfe bitten

Der irakische Ministerpräsident will bei seinem ersten Amtsbesuch in Washington die US-Regierung um milliardenschwere Militärhilfe bitten. Das geht aus Insiderinformationen hervor.

Diese Nationen haben 2013 am stärksten aufgerüstet
Entgegen dem weltweiten Trend sind die Waffenverkäufe russischer Rüstungsunternehmen 2013 stark gewachsen. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verkauften die großen Rüstungskonzerne in dem Land 20 Prozent mehr Militärgüter als im Vorjahr. Nach Einschätzung der Friedensforscher ist das vor allem auf das Ausgabenprogramm der russischen Regierung zurückzuführen. „Diese Investitionen sind ausdrücklich dafür vorgesehen, die nationalen Produktionsfähigkeiten und Waffen zu modernisieren, um sie auf Augenhöhe mit den Fähigkeiten und Technologien der großen Waffenproduzenten in den USA und Westeuropa zu bringen“, erklärte der Sipri-Experte Siemon Wezeman die Zahlen. Unter den Top 100 der weltweit führenden Waffenhersteller sind nun zehn russische Produzenten. Insgesamt machten die führenden Rüstungsunternehmen weltweit 2013 zum dritten Mal in Folge etwas weniger Kasse. Laut Sipri setzten die 100 größten Hersteller zusammen 402 Milliarden US-Dollar (rund 323 Milliarden Euro) und damit zwei Prozent weniger als im Vorjahr um. In einigen Ländern blüht jedoch der Handel mit Waffen. Quelle: dpa
Platz 10: ChinaChina ist zwar längst unter den Staaten mit den größten Militärbudgets, stockt aber weiter kräftig auf. Die Militärausgaben der Asiaten sind langfristig an das ökonomische Wachstum gebunden. Das belegen auch die Zahlen. Während die Rüstungsausgaben seit 2004 um 170 Prozent stiegen, schoss das BIP um 140 Prozent in die Höhe. Von dieser Linie ist die chinesische Regierung trotz Spannungen mit Japan, Vietnam und den Philippinen nicht abgewichen. Quelle: AP
Platz 9: EcuadorObwohl die SIPRI-Forscher Ecuador für ein friedliches Land halten, hat die Regierung das Rüstungsbudget seit 2004 um rund 175 Prozent aufgestockt. Damit hat die ecuadorianische Regierung 2013 rund 3 Milliarden US-Dollar für Rüstung ausgegeben. Quelle: AP
Platz 8: AngolaAngola hat unter Präsident José Eduardo dos Santos sein Militärbudget in den letzten zehn Jahren um rund 175 Prozent aufgestockt. Nach Algerien (Platz 2) hat das Land damit das zweitgrößte Rüstungsbudget Afrikas. Treiber dieser Entwicklung ist die positive wirtschaftliche Entwicklung und Einnahmen aus dem Erdölgeschäft. Quelle: dpa
Platz 7: Algerien"Algerien steigert seine Militärausgaben weiterhin in halsbrecherischem Tempo", hält der SIPRI-Bericht fest. 2013 gab die algerische Regierung 8,8 Prozent mehr für seine Streitkräfte aus als noch im Vorjahr - und gibt damit als erstes afrikanisches Land jährlich mehr als zehn Milliarden US-Dollar für Rüstung aus. Ähnlich wie in Ghana könnten die Erlöse aus dem Erdölgeschäft ein Grund für den Anstieg sein. Der SIPRI-Report macht aber auch der Wunsch nach regionaler Vormachtstellung, der starken Rolle des Militärs im Inland und die Angst vor Terroranschlägen verantwortlich. Quelle: AP
Platz 6: GeorgienGeorgien hat seinen Militäretat seit 2004 um 230 Prozent aufgestockt. Ein Grund für den Anstieg dürfte der Konflikt mit dem Nachbarland Russland gewesen sein. Russische Truppen hatten im Jahr 2008 die autonomen Regionen Südossetien und Abchasien besetzt. Quelle: REUTERS
Platz 5: GhanaGhana hat seine Militärausgaben mehr als verdoppelt: von 109 Millionen Dollar im Jahr 2012 auf 306 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Damit steht das Land sinnbildlich für den ganzen Kontinent, in dem die Rüstungsausgaben stärker als in anderen Erdteilen stiegen. Ein Grund für den Anstieg der ghanaischen Ausgaben könnten laut SIPRI kürzlich erschlossene Ölreserven sein. Außerdem ist Ghanas Armee stark in internationalen Friedensmissionen engagiert. Quelle: REUTERS
Platz 4: KasachstanUm rund 250 Prozent ist das Rüstungsbudget Kasachstans in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. Bedroht dürfte sich das Land jedoch nicht fühlen. Die SIPRI-Forscher halten es für "grundsätzlich friedlich". Quelle: dpa
Platz 3: IrakNach dem zweiten Golfkrieg gegen die USA 2003 war die irakische Armee in einem desaströsen Zustand. Vor den Toren der Hauptstadt Bagdad türmten sich schrottreife Panzer. Mit einer Steigerung von 27 Prozent des Rüstungsbudgets gegenüber 2012 will die irakische Regierung ihre Bürger und Ölproduktion schützen. Auch nach dem Abzug der US-amerikanischen Truppen kam es immer wieder zu Anschlägen mit toten und verletzten Zivilisten. Quelle: dpa
Platz 2: AserbaidschanStaatschef Ilham Aliyev (links im Bild) hat das Militär stets im Rücken, hier bei einem Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Der Etat der Militärs ist seit 2004 um 493 Prozent gestiegen. Der Großteil der Ausgaben wird aus den Einnahmen des Ölgeschäfts bestritten. Ein Grund für die Aufrüstung ist der Nagorno-Karabach-Konflikt mit Armenien. Beide Staaten erheben Anspruch auf das Gebiet, das seit 1991 unter Kontrolle Aserbaidschans ist. Quelle: dpa
Platz 1: AfghanistanAfghanistan hat seinen Militärhaushalt in den letzten zehn Jahren verfünffacht - und das ist bitter nötig. Ende 2014 sollen die NATO-Truppen aus dem Land am Hindukusch abgezogen werden. Dann müssen die afghanischen Sicherheitskräfte die gefährliche Situation selbst beherrschen. Deswegen hat die Regierung von Präsident Hamid Karzai das Rüstungsbudget noch einmal um rund 77 Prozent aufgestockt, größtenteils um die Löhne der Sicherheitskräfte zu erhöhen. Mittlerweile hat die afghanische Armee ihre angestrebte Personalstärke von rund 200.000 erreicht. Quelle: dpa

Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi will einem Insider zufolge bei seinem ersten Amtsbesuch in Washington die US-Regierung um umfangreiche Militärhilfe bitten. "Wir reden hier von Milliardensummen", sagte ein hochrangiger irakischer Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Hintergrund sei der Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Abadi wolle bei seinem Treffen am Dienstag mit US-Präsident Barack Obama um moderne Waffen wie Drohnen und Kampfhubschrauber bitten.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Sollte die Regierung in Bagdad keine Hilfe aus den USA erhalten, könne sie sich an den Iran wenden, sagte der Insider weiter. "Wenn sie nicht zur Verfügung gestellt wird - wir haben das schon mit den Iranern und anderen gemacht." Dies sei für den Irak jedoch nicht die erste Wahl, denn der Ministerpräsident stehe zu der Partnerschaft mit den USA. "Er will aber auch wissen, dass er einen Partner hat, auf den er sich verlassen kann."

Der IS hat große Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht. Der Regierung in Bagdad sind wegen des vergleichsweise niedrigen Öl-Preises die Einnahmen weggebrochen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%