Kampf gegen Terrormiliz USA greifen IS von türkischen Flughäfen aus an

Lange drängten die USA die Türkei zu einer aktiveren Rolle im Kampf gegen die IS-Miliz, nun geht Ankara darauf ein. Von türkischen Basen auf dürfen künftig Kampfjets aus zu Angriffen auf die Dschihadisten starten.

Der Unmut über Rolle der Türkei im IS-Kampf wurde zuletzt lauter, nun macht Ankara Zugeständnisse. Quelle: dpa

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat dürfen die US-geführte Koalition türkische Stützpunkte nutzen. Die Regierung in Ankara habe dazu ihr Einverständnis gegeben, teilten Pentagonvertreter am Sonntag mit. Ebenso bereit ist die Türkei nach den Worten eines örtlichen Regierungsbeamten zur Ausbildung von 4000 moderaten syrischen Rebellen. Ob die Zugeständnisse Ankaras einen Unterschied in der seit Tagenden tobenden Schlacht um Kobane machen können, bleibt abzuwarten. US-Außenminister John Kerry räumte bei einem Kairobesuch die Brenzligkeit der Lage in der syrischen Stadt an der Grenze zur Türkei ein.

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Die Kämpfe um Kobane dauerten am Sonntag an, doch konnte ein weiterer Vormarsch der IS-Kämpfer mithilfe von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten vorerst gestoppt werden. Seit letzten Freitag seien die Terroristen nicht weiter vorwärts gerückt, teilte das Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mit. Ein örtlicher Aktivist berichtete, kurdische Kämpfer hätten das Grenzdorf Tel Schair westlich von Kobane zurückerobern können. Das Beobachtungszentrum meldete zudem den Tod von 36 Dschihadisten.

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Die Türkei nahm in den vergangenen Wochen mehrere Hunderttausend Kurden auf, die vor den vorrückenden IS-Kämpfern in Syrien geflohen sind. Doch die USA drängten die Regierung in Ankara zuletzt zu einer aktiveren Rolle gegen die IS-Miliz. Pentagonchef Chuck Hagel bat insbesondere um Zugang zu türkischen Militärbasen - und hat nach längeren Gesprächen nun Gehör gefunden.

Zu den künftig für die Anti-IS-Koalition nutzbaren Einrichtungen in der Türeki gehöre auch die Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes, sagten US-Beamte. Von dort könnten Flugzeuge zu Angriffen gegen den IS in Syrien und im Irak starten. Ein Regierungsvertreter der Türkei kündigte zudem eine geheimdienstliche Prüfung der 4000 syrischen Aufständischen, die sein Land im Kampf gegen Extremisten schulen möchte. Hagel dankte seinem türkischen Kollegen Ismet Yilmaz telefonisch für die Unterstützung.

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Neben der Trainingsmission und der Bereitstellung von Basen hofft Washington jedoch auch auf anderweitige Hilfe Ankaras. Es liefen noch weitere Gespräche über eine tiefere Einbindung der Türkei, sagte die Nationale Sicherheitsberaterin, Susan Rice, in der NBC-Sendung „Meet The Press.“ Doch auch die Türkei hat Forderungen formuliert: Sie pocht vor allem auf die Einrichtung einer Sicherheits- und Flugverbotszone im Grenzgebiet zu Syrien.

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