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Kaschmir-Konflikt Indien: Pakistan sollte Ausweisung des indischen Botschafters überdenken

Im Streit um die Kashmir-Region hat Indien gefordert, die diplomatische Kommunikation beizubehalten. Pakistan hatte angekündigt, den indischen Botschafter auszuweisen.

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Kashmir-Konflikt: Pakistan schließt militärische Option aus Quelle: dpa

Neu-Delhi, Srinagar Inmitten des zugespitzten Streits um die Himalaja-Region Kaschmir hat Indien den Nachbarn Pakistan aufgerufen, die Ausweisung des indischen Botschafters zu überdenken. Die normalen Kanäle zur diplomatischen Kommunikation sollten erhalten blieben, teilte das Außenministerium in Neu-Delhi am Donnerstag mit. Pakistan hatte zuvor angekündigt, den indischen Botschafter aus Islamabad auszuweisen. Zudem soll Pakistans neu ernannter Botschafter für Indien nicht nach Neu-Delhi entsandt werden. Auch der Handel mit dem Erzrivalen soll ausgesetzt werden. Pakistan reagierte damit auf die Entscheidung Indiens vor wenigen Tagen, dem von ihm beherrschten Teil Kaschmirs Sonderrechte zu nehmen.

Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, streiten seit Jahrzehnten um die vollständige Kontrolle über die Himalaja-Region Kaschmir. Seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 haben sie bereits drei Mal Krieg gegeneinander geführt. Vor einigen Monaten hatte Indien erstmals seit dem Krieg 1971 Angriffe auf pakistanisches Gebiet geflogen.

Bislang hatte der indische Bundesstaat Jammu und Kaschmir, zu dem auch die Provinz Jammu gehört, das Recht, eigene Gesetze zu beschließen. Diese in der Verfassung festgeschriebene Bestimmung wurde nun aufgehoben. Nach Darstellung Indiens wurde durch den Sonderstatus die Entwicklung Kaschmirs behindert. Die Region, in der mehrheitlich Muslime leben, soll nun in das überwiegend hinduistische Land integriert werden. Pakistan, das muslimisch geprägt ist, wertet diesen Vorstoß als illegal. Auch China, das ebenfalls einen Teil von Kaschmir beansprucht, hat dagegen protestiert.

Infolge der Aberkennung der Autonomierechte für die Region sind in dem Gebiet Aktivisten zufolge Hunderte Lokalpolitiker, Separatistenführer und deren Helfer festgesetzt worden. Inzwischen würden mindestens 400 Menschen in Hotels, Gästehäusern, Regierungsgebäuden und Privathäusern festgehalten, schrieb das Nachrichtenportal „India Today“ am Donnerstag unter Berufung auf Aktivisten. Die Polizei bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass politische Führer unter Hausarrest genommen worden seien, zu der Anzahl gab es keine Angaben.

Seit Sonntag sind in der Region Mobilfunknetze, Fernsehen und Internet unterbrochen. Öffentliche Versammlungen wurden untersagt. In der größten Stadt Srinagar wurden Tausende Angehörige der paramilitärischen Polizei konzentriert. Dort sind die Schulen geschlossen, Straßen und Viertel wurden abgeriegelt. Aus Polizeikreisen verlautete, es habe bereits einige Protestkundgebungen gegeben.

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