Kaspersky Lab Duqu 2.0 ermöglichte Spionage bei Irans Atomgesprächen

Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab hat ein Virus im eigenen System entdeckt. Die Iran-Verhandlungen wurden anscheinend mit Hilfe des Computervirus' ausspioniert.

Das russische Computer-Sicherheitsunternehmen Kaspersky Labs in Moskau. Quelle: REUTERS

Die internationalen Atomgespräche mit dem Iran sind möglicherweise mit Hilfe eines Computervirus' ausspioniert worden. Die Computer-Sicherheitsfirma Kaspersky teilte am Mittwoch mit, sie habe einen sehr komplexen Virus im eigenen System entdeckt und dessen Aktivität nachverfolgt. Dabei seien Infektionen mit dem Virus, den Kaspersky Duqu 2.0 nennt, im Zusammenhang mit den sogenannten 5+1-Verhandlungen und deren Tagungshotels gefunden worden, teilte Kaspersky mit.

An den Verhandlungen beteiligten sich neben dem Iran die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Sie fanden in Genf, Lausanne, Montreux, München und Wien statt. Kaspersky nennt den Urheber des Virus nicht konkret, weist aber darauf hin, dass es sich wohl um einen Staat und nicht um kriminelle Hacker handeln dürfte. Die Aktivität des Virus lasse auf "ausgeprägte geopolitische Interessen" schließen. Außerdem sei die Entwicklung dieses komplexen Virus' sehr teuer.

Akteure im Atomkonflikt mit Iran

Das "Wall Street Journal" berichtete, dass Israel hinter dem Virus vermutet werde. Im Februar hatten die USA Israel vorgeworfen, mit gezielten Indiskretionen das US-Vorgehen bei den Verhandlungen erschwert zu haben. Israel hat die diplomatische Öffnung gegenüber dem Iran scharf kritisiert und bezweifelt, dass ein Atomvertrag mit dem Land die Entwicklung von Atomwaffen dort verhindere.

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