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Katar-Krise Trump und Erdogan empfehlen sich als Schlichter

Die Golfstaaten befinden sich im schwerwiegendsten diplomatischen Konflikt seit dem Irakkrieg 1991. Unter anderem Moskau, Ankara und die USA bieten sich nun als Schlichter an.

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US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: REUTERS

Nach dem Zerwürfnis zwischen Katar und führenden arabischen Staaten bemühen sich die Großmächte um eine Entspannung. Das US-Präsidialamt teilte mit, Präsident Donald Trump werde sich bemühen, die Lage zu deeskalieren. Die Vereinigten Staaten wollten keinen "dauerhaften Bruch" zwischen den Golf-Staaten, erklärte ein ranghoher Vertreter der Trump-Regierung.

Sollten die Staaten des Golf-Kooperationsrates angesichts der Spannungen einen Sondergipfel anberaumen, werde ein US-Vertreter dazukommen, kündigte er an. "Wir wollen sie in die richtige Richtung bringen." Zugleich bekräftigte die US-Regierung die Kritik an Katar. Viele Handlungen des Emirats seien "einigermaßen besorgniserregend", nicht nur in den Augen der anderen Staaten der Region sondern auch aus US-Sicht.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan riefen nach einem Telefonat zu einem Dialog zwischen den Konfliktparteien auf. Es müsse einen Kompromiss geben "im Interesse der Bewahrung von Frieden und Stabilität in der Golf-Region", erklärte das russische Präsidialamt am Montagabend.

Der kuwaitische Emir Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah forderte den katarischen Emir auf, Bemühungen zur Entspannung der Lage eine Chance zu geben. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur in Kuwait. In den Gesprächen sei die Bedeutung des regionalen Friedens und der Stabilität unterstrichen worden. Die gegenwärtigen Spannungen müssten durch Diplomatie und Dialog gemildert werden. Doch aus Katar kommt Widerstand.

Der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani sagte dem Nachrichtennetzwerk Al-Dschasira in Doha, dass sein Land all jene ablehne, die Katar ihren Willen aufzwingen oder sich in die inneren Angelegenheiten des Emirats einmischen wollten. Gleichzeitig bestätigte er, der kuwaitische Emir habe den regierenden Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, gebeten, sich mit einer Ansprache zur Krise zurückzuhalten.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag bekanntgegeben, ihre diplomatischen Verbindungen zu Katar abzubrechen. Sie begründeten den beispiellosen Schritt mit dem Vorwurf, das Emirat finanziere den internationalen Terrorismus. Katar wies die Anschuldigungen als Lügen zurück und sprach von einer Kampagne zur Schwächung des Landes. Katar unterhält enge Beziehungen zum Iran, dem regionalen Gegenspieler Saudi-Arabiens.

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