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Kaukasus-Konflikt Brüchige Waffenruhe in Georgien

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Die Kämpfe haben Augenzeugen zufolge Hunderte Menschen das Leben gekostet. Das georgische Gesundheitsministerium sprach heute von 175 getöteten Georgiern.

Viele seien bei den gestrigen russischen Angriffen auf Gori getötet worden, kurz bevor Medwedew ein Ende der Gefechte erklärt hatte. Moskau macht Georgien für den Tod von mehr als 2.000 Menschen in der abtrünnigen Region Südossetien verantwortlich, die meisten davon Zivilpersonen. Eine unabhängige Bestätigung für die Zahlen gab es zunächst nicht.

Als Folge des Kriegs will Georgien aus der von Russland dominierten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) austreten. Außerdem erhob Tiflis Klage gegen Russland vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Auf einer Kundgebung in Tiflis stellten sich am Dienstagabend die Präsidenten mehrerer früherer Sowjetrepubliken hinter Georgien. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko sagte: „Es lohnt sich, für die Freiheit zu kämpfen.“ Auch seine Kollegen aus Litauen, Lettland und Estland nahmen an der Veranstaltung teil. Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sagte, Russland wolle eine Rückkehr zu „alten Zeiten“.

Russland fühlt sich unverstanden

Der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschew gab in einem Beitrag für die russische Zeitung Rossijskaja gazeta (eine englische Version erschien in der Washington Post) der georgischen Seite die Schuld an der Eskalation des lange schwellenden Konfliktes (Mehr Informationen zur Entstehung des Konfliktes finden Sie auf den Seiten der Universität Kassel). Die Georgier hätten mit dem Angriff auf Südossetien eine rücksichtslose Entscheidung getroffen und Russland zu einer Reaktion gezwungen.

Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti warf auf ihren deutschsprachigen Seiten den westlichen Medien vor, durch Lügen und einseitige Berichterstattung die Leser zu manipulieren. Unter anderem bezichtigte die Agentur deutsche Medien, auf eine georgische PR-Offensive reingefallen zu sein und den Aggressor Georgien in Schutz zu nehmen.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung rechnet als Folge des Kaukasus-Konflikts nicht mit einem neuen Kalten Krieg zwischen Russland und den USA. In einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte Jung, dass Georgien eine Perspektive auf eine NATO-Mitgliedschaft behalten müsse.

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