Kim Jong Un Nordkorea feuert ballistische Rakete ins Meer

Nordkorea sorgt abermals für internationale Anspannung. Das Land hat eine Rakete ins Meer gefeuert und beschleunigt die Atomwaffen-Entwicklung. Die USA und Japan fordern von Nordkorea Zurückhaltung.

Eine Rakete wird in Nordkorea abgeschossen. Quelle: dpa

Nordkorea hat nach südkoreanischen und amerikanischen Angaben eine ballistische Rakete ins Meer gefeuert. Sie sei nach etwa 800 Kilometern vor der Ostküste niedergegangen, teilte das südkoreanische Militär mit. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge handelt es sich wahrscheinlich um eine "Rodong"-Mittelstreckenrakete. Diese hat eine Reichweite von bis zu 1300 Kilometern. Auch ein US-Regierungsvertreter sprach von Hinweisen auf eine Mittelstreckenrakete. Die Regierung in Washington hat gerade erst ihre Sanktionen gegen Nordkorea verschärft.

Die USA forderten Nordkorea auf, nichts zu unternehmen, was die Spannungen in der Region weiter anheizen könnte. Das Land solle sich darauf konzentrieren, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Die Regierung in Tokio verurteilte den Test der Rakete, die mit ihrer Reichweite auch Japan treffen könnte. Nordkorea solle Zurückhaltung üben, forderte Ministerpräsident Shinzo Abe. Japan werde Maßnahmen ergreifen, um auf jede Situation reagieren zu können.

So reagiert die Welt auf den Atomtest
DeutschlandDie Bundesregierung protestiert mit der Einbestellung des nordkoreanischen Botschafters gegen einen Atomtest der Volksrepublik. "Wir verurteilen das auf das Schärfste", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Der Bombentest sei eine ernste Bedrohung für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea testete nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe und erreichte damit eine neue Eskalationsstufe im Konflikt um das Atomprogramm. Quelle: dpa
USA verurteilen Nordkoreas Atombombentest Quelle: dpa
Shinzo Abe Quelle: dpa
Südkorea Quelle: dpa
UN-Sicherheitsrat Quelle: dpa
Julie Bishop Quelle: REUTERS
GroßbritannienDie britische Regierung nannte den mutmaßlichen Atomversuch eine Provokation. „Wenn die Berichte über den nordkoreanischen H-Bomben-Test wahr sind, ist das ein schwerer Bruch der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und eine Provokation, die ich ohne Einschränkung verurteilte“, twitterte Außenminister Philip Hammond am Mittwoch von China aus. Quelle: REUTERS
FrankreichDer Atomversuch sei „eine inakzeptable Verletzung von Beschlüssen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen“, hieß es in einer am Mittwoch vom Élyséepalast in Paris verbreiteten Mitteilung. Gleichzeitig forderte Frankreich eine deutliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft, ohne dies näher zu beschreiben. Quelle: dpa
RusslandDas russische Außenministerium hat mit Empörung reagiert. Falls Pjöngjang tatsächlich einen Nukleartest unternommen habe, wäre dies eine schwere Verletzung des Völkerrechts und der UN-Resolutionen, sagte Sprecherin Maria Sacharowa am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. „Solche Aktionen können die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, die das Potenzial zu einer militärpolitischen Konfrontation haben, zur Eskalation bringen.“ Quelle: dpa
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Quelle: AP

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un kündigte vor kurzem einen weiteren Atomwaffenversuch seines Landes an. Seinen Worten zufolge sollten zudem mehrere ballistische Raketen getestet werden, die mit nuklearen Sprengsätzen bestückt werden können. Nordkorea müsse in der Lage sein, einen atomaren Erstschlag auszuführen, forderte er. Die Atomwaffen des Landes sollten daher in Sprengkraft und Präzision verbessert werden.

Nach einem Atomwaffentest im Januar und dem Start einer Langstreckenrakete im vergangenen Monat hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Sanktionen gegen das abgeschottete Land verschärft. Seither äußert sich Nordkorea in einem zunehmend kriegerischen Ton. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich auch durch die gemeinsamen jährlichen Militärmanöver Südkoreas und der USA verstärkt.

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