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Klimaschutz Großbritannien will 2035 keine Benzin- und Dieselautos mehr zulassen

Das Aus für neuen Diesel-, Benzin- und Hybrid-Autos soll um um fünf Jahre vorgezogen werden. Quelle: dpa

Das Aus für Diesel-, Benzin- und Hybrid-Autos kommt früher als geplant. Premier Boris Johnson will ein Konzept für Null-Emissionen im Jahr 2050 entwickeln.

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Großbritannien will ab 2035 keine neuen Diesel-, Benzin- und Hybrid-Autos mehr zulassen. Das Aus für diese Fahrzeuge werde damit um fünf Jahre vorgezogen, kündigte Premierminister Boris Johnson laut Manuskript für eine Rede an, die er am Dienstag halten wollte. „So wie wir unser Konzept für Null-Emissionen im Jahr 2050 in diesem Jahr entwickeln werden, so wollen wir auch andere Staaten auf dieses Ziel verpflichten.“

Zum Schutz des Klimas sollen in Großbritannien bereits ab dem Jahr 2035 keine neuen Benzin- und Diesel-Fahrzeuge mehr verkauft werden. Das kündigte die Regierung am Dienstag in London an. Bislang galt 2040 als spätestes Datum. Kritiker hatten aber darauf hingewiesen, dass Großbritannien dann nicht mehr sein Ziel erreichen könnte, bis 2050 seinen Beitrag zur Klimaerwärmung auf Null zu senken. Auch Hybrid-Autos sind von der neuen Frist betroffen.

Im schottischen Glasgow findet vom 9. bis 20. November die 26. UN-Klimakonferenz statt. „Es gibt keine größere Verantwortung als unseren Planeten zu schützen“, sagte Premier Boris Johnson. Der Regierungschef sowie der Umweltschützer und Naturfilmer David Attenborough (93) trafen am Morgen Schulkinder im Wissenschaftsmuseum in London und sprachen dann mit Klimaexperten und Politikern.

Viele Städte in Großbritannien leiden unter schlechter Luft, besonders London. Die Schadstoffe sind auch eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete einmal die Luft in der Hauptstadt als „Killer“ .

Vor der UN-Konferenz gab es in Großbritannien bereits Ärger: Die frühere Klima- und Energie-Staatssekretärin Claire O'Neill war in der vergangenen Woche von Johnson als Präsidentin des Treffens geschasst worden. Sie wehrte sich gegen die Entscheidung in einem Brief an ihn, aus dem am Dienstag die „Financial Times“ zitierte.

O'Neill wirft Johnson Mangel an Führungsqualitäten vor. Ihr Nachfolger soll Berichten zufolge nächste Woche bestimmt werden. In Glasgow wird dieses Jahr die Weltklima-Konferenz stattfinden, wo sich die Staatengemeinschaft auf neue, ehrgeizigere Ziele verpflichten soll, um den Pariser Weltklimavertrag zu erfüllen. In Großbritannien sind derzeit noch 90 Prozent der Neuzulassungen Diesel oder Benziner. Frankreich will Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2040 nicht mehr genehmigen. Norwegen peilt schon ab 2025 an, nur noch Autos ohne CO2-Emissionen zuzulassen.

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