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Klimaschutz Fünf Gründe, wieso die Klimakonferenz ein Erfolg werden könnte

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Weicher Vertrag statt harte Regeln

3. Viele Unternehmen sehen im Umbau Chancen

Ähnlich wie viele Regierungen, sahen Unternehmen früher einen Ausstieg aus der Nutzung von Öl oder Kohle als Bremse – ihrer Produktion oder ihrer Geschäftsaussichten. Inzwischen ist es nicht nur besser fürs Image, auf bestimmte Arten der Produktion zu verzichten. Immer öfter scheint es auch wirtschaftlich Sinn zu ergeben. Der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, warnte: Wenn Unternehmen nicht gegensteuerten, bedrohe der Klimawandel sogar ganze Firmen und große Investments.

Auch in der Finanzbranche ist die Botschaft angekommen. Nach der französischen Versicherungsgruppe Axa kündigte jüngst die Allianz als weltgrößter Versicherer an, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die mit Kohle zu tun haben.

4. Gute Diplomatie hilft

Bei allen internationalen Verhandlungen gibt es Länder, die sich eher als Gewinner und andere, die sich eher als Verlierer sehen. Viele Entwicklungsländer dürften nur mitmachen, wenn sie beim Umbau und der Entwicklung ihrer Wirtschaft unterstützt werden. Dafür haben sich die reicheren Länder bereit erklärt. Sie wollen einen Klimafonds einrichten, der in einigen Jahren rund 100 Milliarden Dollar schwer sein und für klimafreundliche Investitionen angezapft werden soll.

Kleinere Inselstaaten, die womöglich ganz im Meer versinken, wenn Eiskappen an den Polen schmelzen und der Meeresspiegel steigt, wollen ebenfalls handfeste Unterstützung. Eine Art Klimaversicherung für Ärmere soll geschaffen werden. Auch die erdölproduzierenden Länder und andere wollen Entgegenkommen, wenn ihre Einkommensquelle im Laufe des Jahrhunderts versiegt. Daran haben die Unterhändler dieses Mal gedacht und versprochen, dass jeder sich irgendwie als Gewinner der Entwicklung sehen darf. Diese Konflikte sind aber noch mit der heikelste Punkt.

Umwelt



5. Ein weicher Vertrag könnte besser funktionieren als harte Regeln

Beim ersten weltweiten Klimaabkommen von Kyoto aus dem Jahr 1997 waren die Regeln noch klar und fix. Doch einige Länder machten nicht mit, andere scherten im Laufe der Zeit aus.
Nun wird es, sollte die Klimakonferenz in Paris ein Erfolg werden, weichere Bedingungen geben. Vieles baut auf Selbstverpflichtungen der Regierungen auf.

Die Idee: Niemand soll sich unter Druck fühlen, aber sehr wohl öffentlich konfrontiert werden, wenn die eigenen Ziele nicht erreicht werden. Dafür sollen regelmäßig die Ergebnisse der Länder berichtet und international verglichen werden.

Die Hoffnung: Es soll ein Wettbewerb entstehen, in dem ein einzelnes Land nicht als Schlusslicht dastehen möchte und stattdessen ambitioniert ist, möglichst immer wieder einen Tick mehr zu tun als die anderen.

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