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Klimawandel Weltklimarat warnt in neuem Bericht vor Kontrollverlust – UN rufen „Alarmstufe Rot“ aus

Das Beratergremium rechnet schon jetzt mit Hitzewellen alle zehn Jahre, die früher alle 50 Jahre vorgekommen seien. „Die Glocken tönen ohrenbetäubend“, sagt UN-Generalsekretär Guterres.

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Hitzewellen, die früher alle 50 Jahre vorgekommen seien, werde es künftig alle zehn Jahre geben, sagen die Experten voraus. Quelle: dpa

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hat eindringlich vor einem bevorstehenden Kontrollverlust bei der Erderwärmung gewarnt. Wenn nicht sofort und umfassend gehandelt werde, steige die Welttemperatur in den nächsten 20 Jahren um mehr als 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit, heißt es in dem am Montag veröffentlichten neuen Bericht des UN-Weltklimarats (IPCC).

Schon jetzt habe sich soviel Treibhausgas in der Atmosphäre angesammelt, dass es schwerwiegende Klima-Veränderungen mit entsprechenden Folgen geben werde. Hitzewellen, die früher alle 50 Jahre vorgekommen seien, werde es künftig alle zehn Jahre geben, sagen die Experten voraus.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief die „Alarmstufe Rot“ aus. „Die Glocken tönen ohrenbetäubend. Sie müssen das Ende von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen einläuten, bevor diese unsere Erde zerstören.“

Der Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist der erste seit acht Jahren. Er fasst im Auftrag der knapp 200 UN-Staaten die wissenschaftliche Ergebnisse der vergangenen Jahre zusammen. 2022 soll er noch durch zwei weitere Kapitel ergänzt werden. So untersucht eines, die Folgen für Volkswirtschaften und wie sie sich anpassen können.

Ein weiteres befasst sich dann mit Optionen, wie die Emissionen verringert werden können. Alles zusammen soll dann 2022 im sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats veröffentlicht werden.

Der jetzt veröffentlichte Bericht gilt als Leitlinie für die Weltklimakonferenz im November im Glasgow. Hier sollen die Staaten – wie im Klimavertrag von Paris vereinbart – neue Vorgaben zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes verbindlich festlegen.

Das Ziel ist die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad – möglichst auf 1,5 Grad – gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Eine solche Erwärmung gilt als gerade noch beherrschbar.

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