Knapper Wahlsieg Rousseff setzt sich in der Stichwahl durch

In Brasilien bleibt die Links-Regierung an der Macht. Präsidentin Rousseff sichert sich in einem äußerst knappen Wahlrennen ein zweites Mandat bis 2018. Die Opposition erkennt die Niederlage an.

Die gefährlichsten Städte der Welt
Ein Verletzter Mann in Barquisimeto Quelle: REUTERS
Handelskammer in Joao Pessoa Quelle: imago
Ein Polizist in Guatemala-Stadt Quelle: AP
Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten in Fortaleza Quelle: dpa
Hände halten die Flagge von Honduras in die Höhe Quelle: REUTERS
Polizeibeamte Quelle: dpa Picture-Alliance
Ein Soldat der kolumbianischen Armee steht vor einer kolumbianischen Flagge Quelle: dpa
Platz 3: Acapulco (Mexiko)Tropische Temperaturen, Luxushotels und tolle Strände: Acapulco ist ein Touristenmagnet. Doch abseits der Strandpromenaden tobt ein blutiger Kampf. Im Jahre 2013 sind 113 Menschen pro 100.000 Einwohner ermordet worden. Quelle: dpa Picture-Alliance
Ein Frau trägt die Flagge Venezuelas in Caracas Quelle: REUTERS
Platz 1: San Pedro Sula (Honduras)San Pedro Sula, die zweitgrößte Stadt, hat eine Millionen Einwohner. Pro 100.000 Einwohner sind in einem Jahr 187 ermordet worden. Das war 2013 und die Gefährdung hat in der letzten Zeit sogar noch zugenommen. San Pedro Sula hat somit die höchste Mordrate. Nicht nur in Zentralamerika, sondern auf der ganzen Welt. Quelle: REUTERS

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat sich in der Stichwahl gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten durchgesetzt und sich eine zweite Amtszeit von vier Jahren gesichert. Die linke Politikerin erreichte am Sonntag nach Auszählung von 99,99 Prozent der Stimmen 51,64 Prozent. Ihr Gegenkandidat Aécio Neves aus dem Mitte-Rechts-Lager kam auf 48,36 Prozent. Mit dem Wahlsieg wird die linke Arbeiterpartei PT im fünftgrößten Land der Erde am Ende des neuen Mandats 2018 insgesamt 16 Jahre an der Macht sein.

Rousseff rief noch am Wahlabend zu Dialog und Einheit auf. Der Dialog werde ein zentrales Anliegen ihres zweiten Mandates sein, sagte die 66-jährige Links-Politikerin vor Anhängern in Brasília. Sie versprach, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen. „Ich will eine viel bessere Präsidentin als bisher sein“, betonte sie. Der unterlegenen Kandidat Neves erkannte seine Niederlage an und gratulierte Rousseff zum Wahlerfolg. „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, meine Mission erfüllt und werde meinen Glauben behalten“, sagte der 54-Jährige.

Die knappe Mehrheit der Brasilianer setzte mit der Entscheidung auf Kontinuität. Vor allem die Wähler in den ärmeren Landesteilen im Nordosten folgten offenbar der Argumentation Rousseffs, dass mit einem Machtwechsel auch die in den vergangenen zwölf Jahren erreichten sozialen Errungenschaften in Gefahr seien. Die von der PT massiv ausgeweitete Familiensozialhilfe (Bolsa Família) erreicht in Brasilien inzwischen bis zu 50 Millionen Menschen. Die Regierung schuf zudem Milliarden-Programme für den sozialen Wohnungsbau. Allerdings dümpelt das Wachstum der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt vor sich hin. Während Rousseff dafür vor allem die internationale Krise verantwortlich machte, sah ihr Herausforderer vorrangig interne Gründe wie eine mangelnde Infrastruktur und eine zu dirigistische Rolle des Staates in der Wirtschaft als Ursache.

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Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika, auch wenn das bilaterale Handelsvolumen 2013 leicht auf 20 Milliarden Euro zurückging. Der mit Härte und gegenseitigen Vorwürfen geführte Wahlkampf hatte in Brasilien zu einer starken Polarisierung geführt. Eine der Hauptaufgaben der neuen Staatschefin wird es sein, die politische Spaltung des Landes zu vermindern. Zudem steht die Regierung in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Inflation zu bekämpfen. In diesem Jahr dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in dem Schwellenland nur bei etwa einem Prozent liegen. Ein wichtiges Wahlkampfthema war auch die Korruption. Rousseff musste sich auf den letzten Metern der Kampagne mit Vorwürfen auseinandersetzen, sie habe von einem massiven Korruptionsskandal beim staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras gewusst. Sie wies entsprechende Berichte als „Wahl-Terrorismus“ zurück. 2013 waren Hunderttausende Menschen Brasilien aus Protest gegen Korruption, Misswirtschaft und Mängel in Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen auf die Straße gegangen.

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