Konflikt im Irak Obama hält an Strategie gegen IS-Rebellen fest

US-Präsident Barack Obama zeigt im Kampf gegen die Organisation Islamischer Staat Entschlossenheit. Die Einsätze werden fortgeführt. Derweil drohen die Extremisten allen Bürgern der Vereinigten Staaten mit Blutrache.

Entschlossenheit im Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Barack Obama will seine strategische Linie beibehalten. Quelle: dpa

Nach tagelangen Luftangriffen auf islamistische Rebellen im Irak demonstriert US-Präsident Barack Obama Entschlossenheit im Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat (IS). Die Gruppe stelle eine Bedrohung nicht nur für den Irak, sondern für die gesamte Region dar, sagte Obama am Montag vor Journalisten in Washington.

Die USA würden an ihrer langfristigen Strategie festhalten und ihre jüngsten Einsätze fortführen. Es sei im nationalen Interesse der USA, den Aufständischen Einhalt zu gebieten. „Es wird Zeit brauchen“, betonte Obama. „Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass das Militär der Vereinigten Staaten weiterhin die begrenzten Einsätze ausführen wird, die ich autorisiert habe.“

Das US-Militär hat seit dem 8. August nach eigenen Angaben Dutzende Luftangriffe auf Stellungen der IS geflogen. Damit unterstützen die USA den Kampf der Kurden und der irakischen Armee gegen die Aufständischen, die an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak ein Kalifat ausgerufen haben.

Es gehe weiter darum, die Extremisten zurückzudrängen, um Amerikaner und US-Einrichtungen zu schützen. Die Regierung habe sich mit dem Kongress über die Strategie im Irak abgestimmt und werde das auch in den kommenden Wochen tun. Zugleich stellte Obama klar: „Wir schicken nicht tausende US-Truppen zurück auf den Boden.“

Den Vorstoß kurdischer Kämpfer zum strategisch wichtigen Mossul-Staudamm lobte Obama als wichtigen Schritt. Ein Bruch des Staudamms hätte tausende Menschenleben sowie die große US-Botschaft in Bagdad gefährdet.

Obama drängte den designierten irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi, eine neue Regierung unter Einschluss aller Volksgruppen zu bilden. „Der Wolf steht vor der Tür“, verdeutlicht er über den Vormarsch der IS in den vergangenen Wochen. Obama war am Sonntag für zwei Tage aus seinem Urlaubsort Martha's Vineyard zurück nach Washington gekommen.

Die USA arbeiten an einem internationalen Bündnis, um die humanitäre Lage im Irak einzuschätzen und zu verbessern, etwa durch die Lieferung von Lebensmitteln. Zu den Partnerländern gehören Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Australien.

Fakten zum Terror im Irak

Indes droht die sunnitische Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) den USA massiv. Sollten IS-Kämpfer im Irak von US-Luftschlägen getroffen werden, würden US-Bürger überall ihrerseits das Ziel von Angriffen, erklärte die Miliz in einem am Montagabend veröffentlichten Video.

In englischer Sprache hieß es: "Wir werden Euch alle in Blut ertränken." In dem Video waren Aufnahmen eines während der US-Besatzungszeit im Irak enthaupteten Amerikaners und Opfer von Scharfschützen zu sehen.

Kurdenkämpfer und irakische Regierungssoldaten werden seit einigen Tagen von der US-Luftwaffe im Nordirak im Kampf gegen die IS-Miliz unterstützt. Sie eroberten dabei den strategisch wichtigen Mossul-Staudamm zurück.

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Die IS-Miliz hält große Teile des Irak besetzt und hat Zehntausende Christen und Jesiden vertrieben. Bislang konzentriert sich die Gruppe auf die Eroberung von Land im Irak und Syrien für das von ihr ausgerufene Kalifat. Spektakuläre Angriffe auf westliche Ziele gab es bislang nicht.

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