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Konjunkturbericht „Beige Book“ US-Notenbank: Corona und Materialengpässe bremsen Wachstumstempo der US-Wirtschaft

Die Wirtschaft der USA lahmt. In ihrem Konjunkturbericht spricht die Fed von nur noch moderatem Wachstum. Trotzdem ist ein Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus geplant.

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Die Wirtschaft der Amerikaner leidet vor allem an Materialengpässen und an brüchigen Lieferketten. Quelle: dpa

Die Konjunktur in den USA hat laut der Notenbank Fed im Sommer etwas an Schwung verloren. Im Zeitraum von Anfang Juli bis August habe sich ein eher moderates Wachstumstempo eingestellt, teilte die Fed in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht Beige Book mit.

Dabei habe die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus eine Rolle gespielt, die insbesondere die Hotellerie und Gastronomie bei den Gästezahlen zu spüren bekam.

Zudem machten sich demnach weiterhin Materialengpässe in der Industrie bemerkbar: So drückte der Chip-Mangel den Auto-Absatz. Materialengpässe haben in einigen Fed-Bezirken auch den Stellenaufbau gehemmt. Die Beschäftigung legte jedoch in allen Regionen zu, wenn auch in unterschiedlichem Tempo.

Nur noch 235.000 neue Jobs

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat sich im August unerwartet deutlich abgeschwächt. Es entstanden lediglich 235.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Ökonomen hatten mit 728.000 gerechnet.

US-Notenbankchef Jerome Powell hat einen Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus in Aussicht gestellt. Voraussetzung ist jedoch, dass sich der Arbeitsmarkt weiter bessert und die Delta-Variante den Währungshütern keinen Strich durch die Rechnung macht.

Auch der einflussreichen Währungshüter John Williams hatte betont, noch dieses Jahr die Abkehr vom geldpolitischen Krisenmodus zu wagen. Der Chef des Fed-Bezirks New York erklärte am Mittwoch, es bedürfe jedoch weiterer Fortschritte auf dem Weg zum Vollbeschäftigungsziel der Notenbank. Er werde die Daten zum Arbeitsmarkt und die Folgen für den Konjunkturausblick daraufhin sorgfältig auswerten.

Williams hat als Chef der Fed-Filiale New York, die die geldpolitischen Operationen für die Notenbank ausführt, ein ständiges Stimmrecht in dem über die Zinspolitik entscheidenden Offenmarktausschuss und gilt daher als besonders einflussreich.

Die US-Zentralbank kauft Monat für Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Umfang von 120 Milliarden Dollar zur Stützung der Konjunktur. Sie will das Tempo schrittweise zurückfahren, sobald sich substanzielle Fortschritte auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität eingestellt haben.

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